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Dirk Rasch, Präsident des VfL Osnabrück, spricht über sportliche und wirtschaftliche Dinge, mögliche Neuverpflichtungen und den Klassenerhalt.

Frage: Hallo Herr Dr. Rasch. Wir zählen noch drei Spiele bis zur Winterpause, der VfL steht mit 14 Punkten auf dem gefährlichen 15. Tabellenplatz. Wie beurteilen Sie die aktuelle sportliche Lage?

Dr. Dirk Rasch: Mit dem Tabellenplatz bin ich schon zufrieden. Wenn wir am 33. Spieltag immer noch 15. sind und nicht mehr eingeholt werden können, hätte ich überhaupt nichts dagegen. Man sieht doch jetzt, dass unsere "Mission 33" kein Werbegag, sondern den Realitäten der 2. Bundesliga geschuldet war. Mit 14 Punkten sind wir allerdings zwei bis drei Zähler hinter dem Soll, aber daraus ziehe ich keine negativen Schlüsse.

Die Mannschaft hat gegen Freiburg, Koblenz, Rostock und Aachen sehr gute Spiele gezeigt und auch gegen St. Pauli, Mainz, Fürth, Kaiserslautern und Augsburg ordentliche Partien abgeliefert. Durchwachsen waren sicherlich die Spiele gegen Oberhausen, München und Wehen, aber eine unbestritten schlechte Leistung habe ich nur gegen Frankfurt und Ingolstadt gesehen. Diese Einschätzung teilen übrigens auch Experten, die mit dem VfL nicht emotional verbandelt sind. Außerdem wird sich das Team mit einem Trehkopf, Geißler, Manno oder Thomik in der Rückrunde sicherlich stärker präsentieren.

Frage: In der Öffentlichkeit sind einzelne Spieler mitunter recht unsanft angegangen worden. Haben Sie Verständnis für die harsche Kritik an den individuellen Leistungen eines Thomas Cichon, Matthias Heidrich oder Thomas Reichenberger?

Rasch: Ich akzeptiere Kritik - auch harsche. Ob ich dafür Verständnis aufbringe? Eher weniger. Ich fand einige Kommentare und Kritiken überzogen und auch teilweise schlicht falsch. So hat etwa Thomas Cichon trotz ständiger Beschwerden eine bislang solide Saison gespielt und obendrein vier Tore erzielt. Letzteres gilt auch für Thomas Reichenberger. Die genannten Spieler selbst können mit Kritik umgehen, sie sind lange genug dabei. Ich bitte die Kritiker darüber hinaus auch zu bedenken, dass jede erfolgsorientierte Mannschaft Führungsspieler und eine funktionierende Hierarchie benötigt, in der sich junge Spieler optimal entfalten können.