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Köln - Wenn Baden auf Schwaben trifft, herrscht im Fußball ohnehin schon eine besondere Brisanz. Kommt es aber dabei  aber auch noch zu einem Duell zwischen einem Aufstiegsaspiranten (Karlsruher SC) und einem Abstiegskandidaten (VfR Aalen), sind alle Voraussetzungen für ein heißes Duell am 27. Spieltag der 2. Bundesliga gegeben.

Am Ostersonntag (ab 13:15 Uhr im Liveticker) müssen die Karlsruher die 150 Kilometer lange Reise gen Osten zum VfR Aalen antreten. Was nach einem traditionsreichen Derby schreit, hat tatsächlich noch eine recht junge Geschichte: Erst fünfmal standen sich beide Mannschaften bisher in Pflichtspielen gegenüber: Der KSC konnte nur eine Partie davon gewinnen: Das war im November 2000 in der Regionalliga Süd. Aalen ging immerhin  beim letzten Heimspiel in der Scholz-Arena in der vergangenen Spielzeit als Sieger vom Platz (1:0).

Schwächste Offensive gegen beste Defensive

Der KSC hat aus den letzten zwei Spielen gegen die Aufstiegskonkurrenten Ingolstadt (3:1) und Kaiserslautern (0:0) starke vier Punkte geholt und ist mit nur einem Punkt Rückstand auf Platz 3 bzw. zwei Zählern auf Platz 2 voll Aufstiegsrennen. Dabei kommt es am Sonntag auch zu parallelen Fernduell mit Darmstadt (empfangen Bochum) und Ingolstadt (gegen FSV Frankfurt). Eine Niederlage gegen Aalen wäre für die Badener deshalb schon ein Rückschlag. Allerdings müsste dafür die schwächste Offensive (Aalen mit 21 Toren) erst einmal gegen die beste Defensive der Liga (Karlsruhe mit 19 Gegentoren) treffen.

Aalen verlor zwar nur eins der letzten fünf Spiele, ist aber nach dem wieder im Abstiegstaumel. Nur die punktgleichen Teams aus Aue und St. Pauli stehen aufgrund des Torverhältnisses noch schlechter in der Tabelle da.

Rückkehr für Valentini und Traut

Eine ganz besondere Partie wartet dabei auf die Karlsruher Enrico Valentini und Sascha Traut, die in der letzten Saison noch für Aalen aufliefen. Während Valentini auf der rechten Abwehrseite schnell zu einem Leistungsträger beim KSC geworden ist, laboriert Traut noch immer an den Folgen seines Kreuzbandrisses, den er sich im August beim Spiel gegen Heidenheim zugezogen hat. Aalen muss hingegen auf die beiden Leistungsträger Dominick Drexler (Innenbandanriss) und Nejmeddin Daghfous (Kreuzbandriss) verzichten.

Rein statistisch deutet hier vieles auf eine Punkteteilung hin: Aalen hat seit Mitte Dezember nicht mehr vor eigener Kulisse verloren, aber auch der KSC hat nur eines der letzten acht Auswärtsspiele verloren. Im Hinspiel gab es am 10. Spieltag im Karlsruher Wildpark übrigens eine Nullnummer. Das würde wohl beiden nicht wirklich weiterhelfen.

Karol Herrmann