ANZEIGE

München - Die SpVgg Greuther Fürth bleibt unter Mike Büskens in der 2. Bundesliga die Mannschaft der Stunde. Die Franken holten am 10. Spieltag beim Karlsruher SC allerdings erst in letzter Sekunde ein glückliches 2:2 (1:0) und wehrten mit 23 Punkten die Angriffe der Absteiger auf die Tabellenspitze ab.

Eintracht Frankfurt und St. Pauli (beide 22 Punkte) hatten mit Siegen vorgelegt. Fortuna Düsseldorf (21) rundet den Spieltag im Verfolger-Duell am Montag bei Eintracht Braunschweig (19) ab.

Packende Partie in Karlsruhe

Die Fürther enttäuschten allerdings beim KSC. Heinrich Schmidtgal (19.) erzielte nach sehenswertem Solo über das halbe Spielfeld die Führung der Büskens-Elf. Gaetan Krebs (70.) markierte den verdienten Ausgleich für den tapferen KSC. In der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse. Erst kassierte Fürths Asen Karaslavov die Gelb-Rote Karte (84.), dann erzielte Giuseppe Aquaro den 2:1-Treffer für den KSC. In der Nachspielzeit (90.+2) traf Mergim Mavraj zum 2:2 für Fürth.

Eintracht Frankfurt hatte am Freitag durch einen verdienten 3:1 (2:0)-Sieg über Union Berlin die Tabellenführung zwischenzeitlich übernommen. Theofanis Gekas, Alex Meier mit Saisontor Nummer sieben und Erwin Hoffer schossen den Sieg bei einem Gegentreffer von Christopher Quiring heraus. "Die Mannschaft ist auf einem guten Weg und festigt sich immer mehr", sagte Trainer Armin Veh.

Auswärtssieg für St. Pauli

Auch St. Pauli blieb dran. Die Hamburger erstaunten durch den klaren 4:1-Sieg bei Energie Cottus. Sebastian Schachten (17.), Max Kruse (43.) und Marius Ebbers (76./86.) schossen die schwachen Lausitzer ab. "Dieses Jahr sind sechs bis sieben Mannschaften oben dabei. Wir wollen versuchen so lange wie möglich dabei zu sein", sagte Trainer Andre Schubert.

Cottbus hingegen rutschte ins Niemandsland der Liga ab. Zum dritten Mal in Folge kassierte die Elf von Trainer Claus-Dieter "Pele" Wollitz eine klare Niederlage, in den letzten vier Spielen hagelte es 14 Gegentore. "Die Mannschaft ist total verunsichert", sagte Wollitz. Pokalfinalist MSV Duisburg verpasste auch gegen den SC Paderborn den Befreiungsschlag. Die "Zebras" verloren nach einem Tor durch Nick Proschwitz (77.) mit 0:1 und befinden sich weiter in akuter Abstiegsnot.

Überragender Pote trifft drei Mal

1860 München kassierte gegen Dynamo Dresden beim 2:4 (0:2) überraschend seine erste Heimniederlage in der laufenden Saison. Mickael Pote, der im August vom französischen Erstligisten OGC Nizza zum achtmaligen DDR-Meister gewechselt war, schoss die "Löwen" mit seinem Dreierpack (13./16./60.) fast im Alleingang ab. Die Sachsen, bei denen Stammkeeper Dennis Eilhoff nach acht Gegentoren in zwei Spielen Ersatzmann Wolfgang Hesl Platz machen musste, schafften den Anschluss ans Mittelfeld.

Mit großer Moral und einem Dreierpack von Chong Tese kämpfte sich derweil der vermeintliche Aufstiegsaspirant VfL Bochum aus der Krise. Trotz eines 1:3-Pausenrückstands kamen die Westfalen beim FC Ingolstadt noch zu einem 5:3 und feierten unter dem neuen Trainer Andreas Bergmann den zweiten Sieg nacheinander. Mit zehn Punkten nach zehn Spielen sieht der VfL in der Tabelle wieder etwas Land und konnte sich etwas von den Abstiegsplätzen absetzen.

Kein Aufatmen bei Aachen und Rostock

Tief im Tabellenkeller blieben Alemannia Aachen und Hansa Rostock auch im zehnten Anlauf ohne Erfolgserlebnis. Die Alemannia verlor bei der Heimpremiere des neuen Trainers Friedhelm Funkel mit 1:3 (1:0) gegen den FSV Frankfurt und blieb mit vier Punkten Letzter. Das erste Heimtor der Saison und das Ende der 654 Minuten dauernden Heimflaute war da nur ein schwacher Trost.

Rostock rangiert nach dem 0:1 (0:0) im Ostderby bei Erzgebirge Aue mit nur zwei Zählern mehr auf Rang 17. Hansa-Trainer Peter Vollmann klang schon fast resignativ: "Ich kann meiner Mannschaft eigentlich keinen Vorwurf machen, sie hat gekämpft und alles versucht, nur kein Tor erzielt."