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Frankfurt/Main - Das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat den Zweitbundesligisten FC St. Pauli in mündlicher Verhandlung heute in Frankfurt wegen mangelnden Schutzes des Gegners zu einer Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro verurteilt.

Damit änderte das Gremium das vorangegangene Sportgerichtsurteil vom 27. Februar 2012, dass den Club zu einem Teilausschluss für die Stehplätze seiner Fans in den Blöcken A, B, C, G und H belegt hatte, der nach Rechtskraft des Urteils beim nächsten Heimspiel erfolgen sollte. Gegen das Sportgerichtsurteil hatten sowohl St. Pauli als auch der DFB-Kontrollausschuss Berufung eingelegt.

"Hohe Geldstrafe als richtiges Strafmaß"



Der Vorsitzende des DFB-Bundesgerichts, Goetz Eilers, der die Verhandlung leitete, erläuterte anschließend: "Das Bundesgericht hat den FC St. Pauli für das Fehlverhalten seines Zuschauers in Haftung genommen. Weil sich eine geworfene Kassenbonrolle aus Papier nicht als Luftschlange aufrollte, war beim St.-Pauli-Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt am 19. Dezember 2011 Eintracht-Spieler Pirmin Schwegler auf dem Spielfeld am Kopf getroffen worden. Dies musste nachdrücklich bestraft werden, wofür die hohe Geldstrafe als richtiges Strafmaß erschien."

Eilers weiter: "Ein Teilausschluss der Zuschauer wurde deswegen nicht verhängt, weil die Tat ohne Gewalttätigkeit, ohne Aggression und ohne Schädigungsvorsatz in Richtung des Gegners oder der Schiedsrichter ausgeführt wurde. Das Urteil ist allerdings keine Absage an die Möglichkeit der Verhängung von Teilausschlüssen bei Heimspielen, sondern es beruht ausschließlich auf den Besonderheiten von Täter und Tat."

Der DFB-Kontrollausschuss hatte in der Bundesgerichts-Verhandlung - wie schon zuvor beim Sportgericht - die Schließung sämtlicher Stehplatzbereiche für ein Heimspiel des FC St. Pauli gefordert.