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Als Spieler hat Stefan Reuter alles erreicht, was das Fußballer-Herz begehrt: Welt- und Europameister, Champions-League- und Weltpokalsieger sowie fünf Mal Deutscher Meister.

Seit Januar 2006 ist der 42-Jährige inzwischen beim TSV 1860 München als Geschäftsführer für die sportliche Entwicklung verantwortlich. In seiner zweiten "Karriere" peilt er mit den "Löwen" selbstbewusst den Bundesliga-Aufstieg als ersten Erfolg an.

Im Interview spricht Reuter außerdem über den Handlungsspielraum durch einen Spielerverkauf und die Ziele für die Rückrunde.

Frage: Herr Reuter, wie zufrieden sind Sie mit den bisherigen Transferaktivitäten in der Winterpause?

Stefan Reuter: Den Verkauf von Timo Gebhart zum VfB Stuttgart konnten wir gut kompensieren. Der Transfer war aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten notwendig und hat uns erst den Handlungsspielraum gegeben, neue Spieler dazuzuholen, ansonsten wären uns die Hände gebunden gewesen. Mit diesen finanziellen Mitteln konnten wir die Zugänge Sascha Rösler, Stefan Aigner und Marvin Pourie erst realisieren. Der Kader ist insgesamt stärker geworden. Wir besitzen jetzt mehr Optionen, können taktisch besser variieren.

Frage: Wie lautet das Ziel in der Rückrunde?

Reuter: Ich blicke voller Vorfreude und Optimismus in die Zukunft. Sportlich wollen wir uns natürlich nach oben orientieren. Was die Qualität des Kaders betrifft, sind wir jetzt, wenn alle Verletzten zurückkehren und wir komplett sind, mit den Teams auf Augenhöhe, die um den dritten Platz mitspielen. Wir haben aber acht Punkte Rückstand, das wird sehr schwer, noch ranzukommen. Ich erwarte, dass sich die Mannschaft weiterentwickelt. Wir dürfen es uns nicht mehr erlauben, Punkte gegen personell schlechtere Mannschaften liegen zu lassen. Wirtschaftlich wollen wir weiter Schritt für Schritt unsere Ausgaben senken und unsere Einnahmeposition erhöhen.

Frage: Zahlreiche Spielerverträge laufen im Sommer aus. Werden hier im Trainingslager bereits erste Gespräche wegen Vertragsverlängerungen geführt und Entscheidungen verkündet?

Reuter: Gespräche werden geführt, es ist aber unwahrscheinlich, dass wir bereits Entscheidungen bekannt geben werden. Wir werden etwa Ende März das Budget für die kommende Saison festlegen. Und dann werden auch konkrete Gespräche mit den jeweiligen Spielern geführt. Bis dahin hat jeder die Möglichkeit, sich mit guten Leistungen für einen neuen Vertrag zu empfehlen.