ANZEIGE

München - Neun Spiele ist Greuther Fürth mittlerweile ungeschlagen. Am Sonntag erwartet die "Kleeblätter" ein echter Prüfstein auf dem Weg zum ersten Bundesliga-Aufstieg, denn der letztjährige Herbstmeister reist mit zwei Siegen im Gepäck und mit viel Selbstbewusstsein nach Franken.

In den weiteren Spielen am Sonntag messen sich Dynamo Dresden und Kapitän Christian Fiel mit dessen Ex-Club Alemannia Aachen, außerdem trifft der FSV Frankfurt auf Energie Cottbus (alle Spiele ab 13:15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Greuther Fürth - Erzgebirge Aue

Die Fürther müssen den erneuten Angriff von Eintracht Frankfurt abwehren. Zuletzt hat sich die Elf von Trainer Mike Büskens bei diesem Unterfangen in Karlsruhe (2:2) nicht gerade mit Ruhm bekleckert, doch die Serie hielt: Neun Mal sind die Franken inzwischen in der Liga unbesiegt. Dass dies auch weiter so bleibt, dafür sollen unter anderem auch Bernd Nehrig und Edgar Prib sorgen, die ihre Sperren abgesessen haben. "Es ist unser Bestreben, dass wir den Platz an der Sonne behalten, egal welcher Gegner kommt. Man darf Aue aber nicht unterschätzen. Fakt ist aber auch: Wenn wir unsere Fähigkeiten abrufen, dann dürfte eigentlich nichts passieren", sagt Nehrig. Und sein Trainer fügt hinzu: "Sie werden uns das Leben schwer machen wollen, da müssen wir sehr wach sein, früher attackieren als zuletzt, um den Druck zu erhöhen. Es ist eine Stärke von uns, selbst zu agieren." Die SpVgg muss allerdings auf Stephan Fürstner (Knie-Arthroskopie), Sebastian Tyrala (Knie-OP) und Asen Karaslavov (Wadenblessur und Gelb-Rot-Sperre) verzichten. Milorad Pekovic wird für Fürstner ins Team rücken.

Zwei "Dreier" in Folge - der FC Erzgebirge Aue ist wieder im Soll, nachdem die "Veilchen" in sieben Partien zuvor sieglos geblieben waren. "Nach den beiden Siegen sind wir wieder gut dabei. Jetzt fahren wir nach Fürth und müssen gucken, dass wir da auch etwas holen", sagte Tobias Kempe im Exklusiv-Interview mit bundesliga.de. Der Mittelfeldspieler hat den Tabellenführer genau beobachtet: "Fürth hat einen guten Lauf, aber auch zuletzt in Karlsruhe ein bisschen geschwächelt. Wir haben genauso wie in St. Pauli nichts zu verlieren. Die Fürther werden denken, dass sie das Spiel schon schaukeln werden", sieht Kempe eine Außenseiterchance für sein Team. "Letztes Jahr haben wir in Fürth 2:1 gewonnen", erinnert er sich. Die Auer müssen allerdings auf Kevin Schlitte (Gelbsperre) verzichten. Rene Klingbeil dürfte ihn ersetzten, Thomas Paulus dafür in die Innenverteidigung zurückkehren.




Dynamo Dresden - Alemannia Aachen

Beim Duell der beiden schwarz-gelben Clubs steht Dresdens Kapitän Christian Fiel im Mittelpunkt. Sechs Jahre lang spielte er am Aachener Tivoli, erlebte Europacup, Pokalfinale und Bundesliga-Aufstieg mit. "Ich denke sehr gerne an die Zeit zurück. Richtig gut befreundet bin ich mit Thomas Stehle", sagte er der "Bild". Am Sonntag kennt Fiel allerdings kein Pardon mit den alten Kollegen. "Ich will mit Dynamo unbedingt gewinnen. Da rede ich nicht drumherum", stellt er klar. "Aachen ist zwar Letzter, aber nicht so schlecht, wie sie gerade dastehen. Die zu unterschätzen, wäre der größte Fehler, den wir machen könnten", warnt Fiel vor den den Alemannen. Offen ist nach wie vor, wer als Linksverteidiger auflaufen wird: Sebastian Schuppan oder Muhamed Subasic, der ebenso wie Alexander Schnetzler zurück im Mannschaftstraining ist.

Zehn Spiele, kein Sieg. Die Alemannia ist so schlecht wie noch nie in die Saison gestartet - und das bei 28 Zweitligajahren, mehr als jeder andere Profiverein. Dennoch weiß Trainer Friedhelm Funkel, der mit der Erfahrung von 36 Profijahren (16 Jahre als Spieler, 20 Jahre als Trainer) dafür sorgen will, dass es wieder nach oben geht. Nach vier torlosen Unentschieden in Folge setzte es zuletzt wieder zwei Niederlagen. Funkel weiß um die Schwere der Aufgabe. "In Dresden ist es für jeden Gegner schwer, zu bestehen. In dem neuen Stadion herrscht eine Top-Atmosphäre. Dazu spielt die Mannschaft inzwischen sehr präzise und mit großem Gefühl", erklärte der 57-Jährige der "Bild". Bei Aachen fehlen Bilal Cubukcu (Reha), Anouar Hadouir (Trainingsrückstand), Manuel Junglas (Rotsperre) und Florian Müller (Reha).




FSV Frankfurt - Energie Cottbus

Nur drei Punkte Rückstand hat der FSV auf den FC Energie. "Wir können die Cottbuser aus eigener Kraft in der Tabelle überflügeln, das ist eine wunderbare Motivation", stellt FSV-Trainer Hans-Jürgen Boysen in Aussicht, warnt aber gleichzeitig: "Cottbus wurde nicht zu Unrecht hoch gehandelt vor der Saison. Sie lassen sich nicht aus der Ruhe bringen, vertrauen auf ihre Qualität, auch nach einem scheinbar klaren Rückstand. Das ist eine brandgefährliche Mannschaft, die sicherlich ihren optimalen Rhythmus noch nicht gefunden hat." Der FSV ist durch Verletzungen stark gebeutelt: Passen müssen Karim Benyamina (Bronchitis), Mario Fillinger (Adduktoren), Andreas Dahlen (Wadenverletzung), Markus Hofmeier (Syndesmosebandanriss / Kapseleinriss), Viachaslau Hleb (Reha nach muskulären Problemen), Jutae Yun (Reha nach Knöcheloperation) sowie Tufan Tosunoglu (Reha nach Kreuzbandriss / Quadrizepsmuskelriss).

Auch in Cottbus plagen den Coach Personalprobleme. Während der Länderspielpause standen Claus-Dieter Wollitz auch wegen den internationalen Abstellungen nur acht Feldspieler zur Verfügung. Doch neben den Auswahlspielern kann Wollitz nun auch wieder auf die Stammspieler Daniel Adlung (Bandscheibe) und Uwe Hünemeier (Adduktoren) zurückgreifen. Auch Jules Reimerink ist wieder eine Alternative. Der 22-jährige, der zuletzt bei der zweiten Mannschaft weilen musste, könnte wieder angreifen. "Jules kam auf mich zu und hat das Gespräch gesucht, bislang musste immer ich den ersten Schritt machen. Er trainiert derzeit auf einem sehr hohem Level", verriet Wollitz dem "Kicker".

Eine bittere Nachricht erreichte den Coach und die Mannschaft allerdings am Samstagmorgen. Martin Fenin musste mit einer Hirnblutung ins Krankenhaus eingeliefert werden und steht unter ärztlicher Beobachtung. Wie lange der Angreifer ausfällt, steht noch nicht fest.