ANZEIGE

München - Fortuna Düsseldorf fehlt nach dem 2:1-Heimsieg im Spitzenspiel gegen Greuther Fürth nur noch ein Punkt, um die Hinrunde ungeschlagen als Tabellenführer und damit als Herbstmeister abzuschließen. Doch das Thema beschäftigt die Fortuna-Profis und allen voran Kapitän Andreas Lambertz nur ganz am Rande. Eine andere Neuigkeit war da wichtiger.

bundesliga.de: Andreas Lambertz, Sie haben Ihren Vertrag bei der Fortuna um zwei Jahre bis 2014 verlängert. Welche Erwartungen verknüpfen Sie damit, welche Entwicklung wird die Fortuna nehmen?

Andreas Lambertz: Wie die Entwicklung aussehen wird, kann ich nicht sagen. Ich kann nur über meine Träume und Wünsche sprechen.

bundesliga.de: Dann erzählen Sie uns von Ihren Träumen...

Lambertz: Mein Traum ist es, mit der Fortuna irgendwann in der Bundesliga zu spielen. Das ist auch mein Ziel. Ich fühle mich in Düsseldorf pudelwohl und bin hier Kapitän. Der Verein hat sich genauso wie auch ich in den letzten Jahren immer weiterentwickelt. Ich habe hier noch in der Oberliga gespielt, jetzt sind wir in der 2. Bundesliga und kratzen oben dran. Daran sieht man, was hier möglich ist. Es gibt keinen Grund zu wechseln. Ich freue mich auf die mindestens zwei weiteren Jahre bei der Fortuna.

bundesliga.de: Was bedeutet die Fortuna für Sie?

Lambertz: Ich spiele jetzt seit neun Jahren hier, das spricht für sich. Die Fortuna ist für mich eine riesige Herzensangelegenheit.

bundesliga.de: Sie haben den Aufstieg in die Bundesliga erwähnt, den Sie irgendwann einmal schaffen wollen. Warum nicht schon in dieser Saison?

Lambertz: Je früher wir aufsteigen, desto besser. Aber das ist im Moment zweitrangig. Ich bin froh, dass wir gegen Fürth drei Punkte geholt haben. Alles andere ist nebensächlich und die Saison noch sehr lang.

bundesliga.de: Sie sprechen das letzte Spiel gegen Greuther Fürth an, das Fortuna 2:1 gewann. Wie bewerten Sie die Partie?

Lambertz: Die erste Halbzeit gegen Fürth war richtig gut und hat gezeigt, wo unsere Stärken liegen. Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen und haben verdient zur Pause mit 2:0 geführt. Wir haben geackert, die Zweikämpfe gewonnen und gut nach vorne gespielt. Und im Moment sind wir so stark, dass wir die Chancen auch eiskalt nutzen. In der zweiten Halbzeit waren wir vielleicht ein bisschen zu verhalten und nicht mehr ganz so gut im Spiel. Wir haben uns aber gut gegen die Fürther Angriffe gewehrt und so den Vorsprung gehalten.

bundesliga.de: Wie nehmen Sie die Euphorie und die Stimmung der Fans wahr?

Lambertz: Die ist natürlich herausragend - nicht erst seit dieser Saison. Aber es ist auch ein Geben und Nehmen. Wenn an einem Montagabend 33.000 Zuschauer in die ESPRIT arena strömen, sieht man daran, dass die Fans gerne kommen und Spaß an der Mannschaft haben. Und uns macht es auch Spaß. Die Fans wollen sehen, wie wir alles geben, um Punkte einzufahren und honorieren das mit bedingungslosem Support.

bundesliga.de: Gegen Fürth hat man das Fehlen ihres Torjägers Sascha Rösler kaum bemerkt. Wie wichtig ist eine starke Bank im Aufstiegsrennen?

Lambertz: Wenn wichtige Spieler ausfallen, sind die gefragt, die vermeintlich hinten anstehen. Ken Ilsö hat seine Sache aus meiner Sicht sehr ordentlich gemacht. Wir haben gezeigt, dass wir Ausfälle kompensieren können.

bundesliga.de: Mit einem Unentschieden in Duisburg wäre die Fortuna Herbstmeister.

Lambertz: Das Thema interessiert mich nicht. Der wichtigste Punkt ist, dass wir nicht abheben und auf dem Boden bleiben. Wir müssen einfach so weiterspielen wie bisher.

bundesliga.de: In Duisburg hat die Fortuna im März ihr letztes Spiel verloren.

Lambertz: Auch auf die Statistiken achten wir nicht. Wir fahren nach Duisburg und wollen da so auftreten wie gegen Fürth in der ersten Halbzeit.

bundesliga.de: Mit welchen Gefühlen gehen Sie jetzt in die letzten Spiele vor der Winterpause?

Lambertz: Mit einem guten Gefühl. Wir sind im Moment gut drauf und werden noch einige Punkte holen.

bundesliga.de: Und kurz vor Weihnachten wartet noch der Pokalknüller gegen Borussia Dortmund auf die Fortuna.

Lambertz: Aber das Spiel gegen Borussia Dortmund ist noch ganz weit weg. Im Moment ist die Meisterschaft wichtiger.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski