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Düsseldorf - Die Ansätze waren vielversprechend, das Ergebnis war ernüchternd. Fortuna Düsseldorf leistete sich gegen den SC Paderborn trotz Blitzstart und phasenweise guter Leistung eine unnötige 1:2-Heimniederlage. Damit folgte dem starken Auftakt in Berlin ein erster Rückschlag. Nun ist die Mannschaft von Frank Kramer im Pokal-Westschlager bei Rot-Weiss Essen gefordert.

Es war angerichtet an diesem sonnigen Sonntag vor über 30.000 Zuschauern in Düsseldorf. Schon der erste Angriff führte nach nicht einmal zwei Minuten zur 1:0-Führung durch Mathis Bolly. Danach kombinierte sich die Fortuna zu weiteren Tormöglichkeiten, ließ diese aber ungenutzt. Schon gegen Ende des ersten Durchgangs ließ die Dominanz der Gastgeber nach, nach dem Seitenwechsel übernahm Paderborn das Kommando.

"Wir waren nicht aktiv genug und wurden bestraft"

"Im Verlauf der ersten Halbzeit sind wir passiver geworden. Auch nach der Pause waren wir nicht aktiv genug. Dafür sind wir bestraft worden", ärgerte sich Fortuna-Coach Frank Kramer. "Erst nach den beiden Gegentoren hatte ich das Gefühl, dass alle wieder wach waren und wir die nötige Entschlossenheit an den Tag legen. Ich hätte mir gewünscht, dass wir das über 90 Minuten durchziehen. Das haben wir nicht gemacht und die Strafe dafür erhalten.“

So blieb den Rheinländern die Erkenntnis, dass spielerisch schon einiges besser aussah als in der letztlich enttäuschenden Vorsaison. Doch die Trendwende wurde noch nicht geschafft. "Es ist noch eine Menge zu tun", gab Fortuna-Sportdirektor Rachid Azzouzi zu. "Wir müssen schauen, dass wir Gas geben." Denn mit einer Leistung wie in der zweiten Spielhälfte gegen Paderborn wird die Esprit-Arena ganz sicher nicht zur erhofften Festung.

Es fehlt an Selbstbewusstsein

Schon in der vergangenen Spielzeit taten sich die Flingerer daheim extrem schwer. Nur vier Heimsiege gelangen, zuhause punkteten nur zwei Teams weniger als Fortuna. Auch die schwache Rückrunde, die Düsseldorf als schlechteste Mannschaft der 2. Bundesliga auswies, scheint noch nicht ganz aus den Köpfen zu sein. Der Elf von Frank Kramer fehlt es an Selbstbewusstsein, auch die frühe Führung sorgte nicht für die große Befreiung. Das überrascht ein bisschen, schließlich standen sechs Neuzugänge in der Startelf.

"Wir haben unnötige Fehlpässe gespielt und uns selbst in die Bredouille gebracht", ärgerte sich Fortuna-Spielmacher Michael Liendl. "Wir waren nicht konzentriert genug und haben nicht mehr unser Spiel gespielt." Hoffnung macht die gute erste halbe Stunde. "Wir sind nach wie vor auf einem guten Weg. Wir müssen nur konsequenter vor dem Tor werden", fordert der Österreicher.

"Wir wollen unbedingt in die nächste Runde"

So steht Fortuna Düsseldorf nun mit einem Punkt nach zwei Spieltagen da. Noch ist es viel zu früh, um von einem Fehlstart zu sprechen, zumal die Mannschaft beim 1:1 in Berlin überzeugte und auch gegen Paderborn zumindest einen Punkt verdient gehabt hätte. Im vergangenen Jahr holte der zweimalige DFB-Pokalsieger erst am 4. Spieltag den ersten Dreier, dem dann eine Serie von zehn weiteren Spielen ohne Niederlage folgte.

Am kommenden Sonntag (16 Uhr) gastiert die Fortuna nun zum Pokalduell beim alten Westrivalen Rot-Weiss Essen. Nachdem Düsseldorf in den vergangenen beiden Spielzeiten jeweils gegen unterklassige Gegner in der 1. Runde ausschied, soll eine Blamage gegen den Viertligisten diesmal vermieden werden. "Essen wird ein anderes Spiel. Wir wollen unbedingt in die nächste Runde kommen", fordert Rachid Azzouzi.

Tobias Gonscherowski