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Johannes Flum ist der Senkrechtstarter der Saison beim SC Freiburg. Der 21-Jährige absolvierte alle 17 Spiele der Hinrunde und zählt im Team von Trainer Robin Dutt zu den festen Größen.

Beim Testspiel gegen Borussia Dortmund dirigierte Flum das Team schon wie ein alter Hase.

Nach dem 2:1 gegen den BVB sprach bundesliga.de mit dem Youngster über seinen Erfolg, Schwächen im Angriff und die Aussichten der Breisgauer, am Ende in die Bundesliga aufzusteigen.

bundesliga.de: Herr Flum, Sie haben alle 17 Spiele der Hinrunde absolviert und jetzt im Test gegen den BVB als einer von drei Spielern durchgespielt. Hätten Sie vor der Saison mit so einer "Stammplatzgarantie" gerechnet?

Johannes Flum: Ich habe zumindest davon geträumt. Aber das es genauso gut läuft wie im Traum, das ich hätte ich nicht gedacht.

bundesliga.de: Ist diese Leistungsexplosion ganz normal, ist Robin Dutt der Vater Ihres Erfolges oder hatten Sie einfach Glück, dass Sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren?

Flum: Glück würde ich das nicht nennen. Entscheidend ist, dass Robin Dutt mir das Vertrauen schenkt, auch wenn ich mal ein schlechteres Spiel abliefere. Und das gibt mir dann auch das nötige Selbstvertrauen, um in jedem Spiel richtig Gas zu geben. Die Mannschaft macht es einem aber auch sehr leicht, weil wir eine geschlossene Einheit sind und als Team sehr gut auftreten. Da kann man auf dem Feld nur gut aussehen. Und wenn man das Selbstvertrauen hat, dann tritt man auf dem Feld auch ganz anders auf.

bundesliga.de: Im Testspiel gegen Dortmund haben Sie in der zweiten Halbzeit in der Innenverteidigung gespielt. Ist es ein Plus, dass Sie so flexibel einsetzbar sind?

Flum: Dass ich in der zweiten Halbzeit in der Innenverteidigung gespielt habe, das war aber ein bisschen aus der Not geboren, weil Ümit Toprak noch verletzt ist. Wenn es sein muss, spiele ich aber auch in der Abwehr. Am liebsten ist mir jedoch das Mittelfeld, da kann ich mein Potenzial am besten ausschöpfen.

bundesliga.de: Im Angriff herrscht auch noch Nachholbedarf. Denn da haben Ihre Mitspieler noch etwas Ladehemmung.

Flum: Das ist richtig. Beim Torabschluss müssen wir uns schon noch steigern. Aber das Tore schießen sieht natürlich immer leichter aus, als es ist. Dennoch müssen wir da noch einen Zahn zulegen, damit wir unser Ziel - einen der beiden direkten Aufstiegsplätze - erreichen.

bundesliga.de: Woran liegt es denn, dass der SC Freiburg von allen Mannschaften der Spitzengruppe die wenigsten Tore geschossen hat?

Flum: Die nötige Qualität ist vorhanden. Suat Türker, Tommy Bechmann oder auch Jonathan Jäger haben gezeigt was sie können. Aber auch sie müssen, wie wir alle, in der Rückrunde noch eine Schippe drauf legen.

bundesliga.de: Gegen den BVB hat es im Testspiel ja schon einmal gut geklappt. So kann es in Marbella weitergehen, oder?

Flum: Bei dem super Wetter und den tollen Bedingungen macht das hier richtig Spaß. Und wenn man dann noch gegen Mannschaften wie Borussia Dortmund spielen darf, gegen die wir in der kommenden Saison hoffentlich auch wieder spielen, dann ist die Müdigkeit nach den anstrengenden ersten Trainingstagen auch verflogen.

bundesliga.de: Durch die Niederlage am letzten Spieltag vor der Winterpause in Kaiserslautern liegt der SCF mit einem Punkt Rückstand auf die Spitze in Lauerstellung. Dazu haben Sie jetzt ein vermeintlich leichtes Auftaktprogramm. Wo landet der SC Freiburg am Saisonende?

Flum: In der Liga gibt es keine einfachen Gegner mehr, weil jeder gegen jeden gewinnen kann. Wir müssen immer 100 Prozent Leistung abliefern um aufzusteigen. Und vielleicht kommt es ja am Ende auf das letzte Spiel an - dann hätten wir zum Abschluss das Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern und könnten uns revanchieren.

Aus Marbella berichtet Michael Reis