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Hamburg - Der FC St. Pauli empfing im letzten Härtetest vor dem Ligastart gegen Ingolstadt am Samstag (2.8.) Celtic FC am Millerntor-Stadion. Vor 21.402 Zuschauern besiegten die Braun-Weißen den 45-fachen schottischen Meister dank des Treffers von Christopher Nöthe mit 1:0.

Für das Spiel gegen Celtic schickte Cheftrainer Roland Vrabec neben Youngster Bentley Baxter Bahn (links im Mittelfeld) auch die drei Neuzugänge Lasse Sobiech (im Abwehrzentrum), Daniel Buballa (links hinten) und Michael Görlitz (rechts im Mittelfeld) von Beginn an auf den Rasen. Vrabec entschied sich für ein 4-4-2 mit Christopher Buchtmann und Jan-Philipp Kalla als Doppel-Sechs. Im Sturmzentrum begannen John Verhoek und Christopher Nöthe, Neu-Kapitän Sören Gonther, der die Mannschaft am Millerntor erstmals aufs Feld führte, bildete gemeinsam mit Sobiech die Innenverteidigung. Zum dritten Mal gastierte Celtic am Millerntor. Dem 0:0 vor 19 Jahren folgte ein 2:0 für die Schotten beim "Jahr100“-Spiel des FC St. Pauli.

Gedenkminute für Biermann

Bevor es bei besten Bedingungen (24 Grad und Sonnenschein) zur Sache ging, gedachten alle Anwesenden dem in der vergangenen Woche verstorbenen Ex-St. Paulianer Andreas Biermann. Wenig später rollte der Ball, beide Teams tasteten sich erst einmal ab, nennenswerte Torszenen und spielerische Höhepunkte Fehlanzeige. Dann tauchte Amido Balde plötzlich vor Philipp Tschauner auf und konnte diesen beinahe mit einem Beinschuss überwinden. Tschauner reagierte stark und konnte den Ball festhalten (11.). Im Gegenzug dann die erste Halbchance für Braun-Weißen: Eine Buchtmann-Ecke köpfte Sobiech Richtung Celtic-Kasten, wo Nöthe einige Zentimeter fehlen sollten, um den Ball noch aufs Gehäuse zu bringen (13.).

Ballbesitzphasen wechselten sich immer wieder ab, aufgrund kompakter Defensiv-Reihen gab es weiterhin keine Torchancen auf beiden Seiten. Kurz bevor es in Minute 29 eine Trinkpause geben sollte, hatte Kalla die Chance zur Führung auf dem Fuß. Einen langen Einwurf konnte die Celtic-Abwehr nur unzureichend klären, Kalla fasste sich ein Herz und nahm das Leder von der Strafraumgrenze direkt. Den Kasten der Gäste verfehlte er jedoch um mehrere Meter (29.).

Nöthe schiebt ein

Es folgten wieder ruhige Minuten, ehe es sehr laut im Stadion wurde. Christopher Nöthe war nach Vorlage von Sebastian Schachten, der Filip Twardzik im Strafraum den Ball wegspitzeln konnte, zur Stelle und schob das Leder aus zehn Metern ins lange Eck zum 1:0 ein – Celtic-Keeper Craig Gordon war machtlos (39.). Im dritten Spiel gegen Celtic war dies gleichbedeutend der erste Treffer für den FC St. Pauli. Bis auf eine Halbchance für die Gäste durch Liam Henderson (43.) sollte anschließend nichts mehr passieren, mit dem 1:0 ging es somit in die Kabinen.

Wie Celtic-Coach Ronny Deila nahm auch Vrabec zwei Veränderungen zur zweiten Halbzeit vor. Bahn und Verhoek blieben in der Kabine, Lennart Thy und Sebastian Maier kamen in die Partie. Die Braun-Weißen erwischten den besseren Start, konnten zwei Angriffe über den agilen Görlitz aber nicht erfolgreich zu Ende spielen (47., 49.). Nach zehn Minuten Leerlauf dann die große Chance für Nöthe, auf 2:0 zu erhöhen. Am Elfmeterpunkt kam der Angreifer zum Abschluss, sein Drehschuss sollte jedoch zwei Meter über den Querbalken fliegen (60.).

Tschauner hält mit starker Parade Führung

Philipp Tschauner, seit der 11. Minute nahezu beschäftigungslos, musste in der 65. Minute erstmals wieder einen Ball festhalten. Ein 25-Meter-Freistoß der Gäste sollte für ihn aber keine Gefahr darstellen. Wenig später wechselte Vrabec dreimal aus, Tom Trybull für Buchtmann, Dennis Daube für Nöthe und Bernd Nehrig für Schachten sollten noch einmal für Belebung auf dem Rasen sorgen (67.). Kurz darauf musste sich Tschauner dann ganz lang machen. Toni Watt kam im Strafraum zum Abschluss, doch der FCSP-Keeper konnte das Leder mit einer starken Parade um den kurzen Pfosten lenken (71.).

Wenig später drang Thy in den Gäste-Strafraum ein, wo er von Eoghan O'Connell unsanft zu Fall gebracht wurde. Der Celtic-Verteidiger traf per Grätsche zwar auch den Ball, dennoch hätte Schiedsrichter Thorsten Schriever auf den Elfmeterpunkt zeigen können (74.). Sebastian Maier schnappte sich zehn Minuten vor Spielende den Ball, um das Leder per Freistoß auf das Celtic-Tor zu hämmern. Lukasz Zaluska hatte durchaus Probleme, den Flatterball richtig anzuvisieren, konnte den Ball aber über die Latte lenken (80.). Den Torschrei hatten alle Braun-Weißen zwei Minuten später auf den Lippen. Nach Pass von Thy vernaschte Daube Stuart Findlay, ehe der Mittelfeldspieler das Leder frei vor Zaluska nur wenige Zentimeter neben den Pfosten setzte (82.). Das hätte das 2:0 und damit wohl auch die Vorentscheidung sein müssen.

Elfmeter über den Querbalken

Gab es für die Vrabec-Elf zuvor keinen Strafstoß, zeigte Schriever vier Minuten vor Spielende auf der Gegenseite zugunsten der Gäste auf den ominösen Punkt - und das zu Recht, nachdem Trybull Callum Waters zu Fall gefoult hatte. Bahrudin Atajic lief an und drosch den Ball einen guten Meter über den Querbalken (86.). Es blieb beim 1:0, auch weil Watt in der Schlussminute aus halbrechter Position Tschauners Gehäuse nur hauchdünn verpasste. Den knappen Vorsprung konnte die Vrabec-Elf verteidigen und so den ersten Sieg gegen Celtic im dritten Anlauf feiern. Mit einem guten Gefühl können die Kiezkicker in die Auftaktpartie gegen den FC Ingolstadt am Sonnabend (2.8., 15:30 Uhr) gehen.

FC St. Pauli

Tschauner – Schachten (67. Nehrig), Gonther (88. Thorandt), Sobiech, Buballa – Görlitz (88. Kringe), Kalla (77. Ziereis), Buchtmann (67. Trybull), Bahn (46. Maier) – Nöthe (67. Daube), Verhoek (46. Thy)

Cheftrainer: Roland Vrabec

Celtic FC

Gordon (46. Zaluska) – Herron, O’Connell, Findlay, Twardzik – Henderson, Bitton, McGeouch, Atajic  – Balde (46. Waters), Watt

Cheftrainer: Ronny Deila

Tore: 1:0 Nöthe (39.)