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Köln - Es war der 30. Juli 2011 als der 1. FC Heidenheim 1846 zum ersten Mal für Furore auf der großen Fußballbühne. In der ersten Runde des DFB-Pokals war der SV Werder Bremen zu Gast und wurde mit 2:1 nach Hause geschickt. In Runde 2 bekam auch Borussia Mönchengladbach zu spüren, dass sich im Osten Baden-Württembergs etwas entwickelt. Erst im Elfmeterschießen setzte sich die Fohlen-Elf durch. Heidenheim hatte eine erste Duftmarke gesetzt. 2012 wurde der Aufstieg in die 2. Bundesliga um vier Punkte verpasst, aber 2013/14 war die Truppe von Frank Schmidt nicht aufzuhalten. Heidenheim ist in der 2. Bundesliga angekommen.

Knapp 50.000 Einwohner zählt Heidenheim. Damit ist der an der Grenze zu Bayern gelegene Ort nach Hoffenheim und Sandhausen der kleinste im deutschen Profifußball. Aber die Euphorie ist riesengroß. Über 5.000 Dauerkarten hat der Club bereits verkauft. Einmalig in der Clubgeschichte. Dementsprechend begeistert ist Geschäftsführer Holger Sanwald: "Diese Nachfrage ist Woche für Woche einfach noch beeindruckender. Solch ein Ansturm auf Dauerkarten war bei aller Aufstiegseuphorie nicht zu erwarten gewesen."

"Hellenstein Supporters" waren der erste Fanclub

13.000 Plätze fasst die 2013 zuletzt modernisierte Voith-Arena. Gut möglich, dass sich Heidenheim in der kommenden Saison häufiger über ein ausverkauftes Haus freuen kann. Beim Heidenheimer-Schlossberg Erlebnistag war der Ansturm in der Arena schon gewaltig. Mit Borussia Dortmund und dem VfB Stuttgart werden sich in der Vorbereitung zwei renommierte Bundesliga-Clubs von der Atmosphäre in der Arena überzeugen. Der Vorverkauf für die Testspiele am 19. und 26. Juli läuft jedenfalls auf Hochtouren.

15 offizielle Fanclubs unterstützen den FCH. 2004 gründete sich mit den "Hellenstein Supporters" der erste Fanclub des Vereins, der damals noch Heidenheimer Sportbund hieß. 2007 spaltete sich die Fußballabteilung des Sportbundes ab und der 1. FC Heidenheim 1846 war geboren. Mittlerweile bereichern 15 offizielle Fanclubs die Fanszene. Darunter mit den 2010 gegründeten "Heidenheimer Mädels" auch ein ausschließlich den weiblichen Fans vorbehaltener. Die Zahl wird in der kommenden Saison mit Sicherheit ansteigen.

Raketenstart in die 2. Bundesliga?

Auf der Osttribüne, der Heimat der Anhänger des FCH, freuen sie sich schon auf die großen Namen der 2. Bundesliga. Der eine oder andere wird in der Voith-Arena ins Straucheln kommen. Zunächst einmal soll die Klasse gehalten werden. Wie weit es in der Zukunft mit dem Verein noch nach oben geht? Schwer zu sagen, aber die Heidenheimer Luft scheint Höhenflüge zu begünstigen. Gerhard Thiele ist einer der prominentesten Söhne der Stadt. Der Astronaut verbrachte im Februar 2000 11 Tage im Weltraum. Ein Raketenstart in die 2. Bundesliga scheint also nicht ausgeschlossen.

Florian Reinecke