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Köln - Derzeit gleicht die Theresienstraße 17 in Fürth noch einer großen Baustelle. Doch dank der tatkräftigen Unterstützung zahlreicher Fans der SpVgg Greuther Fürth wird sich das bald ändern.

Wände werden eingerissen, Schutt entsorgt und frische Farbe aufgetragen. Alles unter der Aufsicht eines Architekten, der ebenfalls ein Fan der SpVgg ist. In den Räumlichkeiten in der Theresienstraße entsteht die Heimat des Fürther Fanprojektes, das, finanziert von der DFL Deutsche Fußball Liga, der Stadt Fürth und des Freistaates Bayern, bereits Mitte August 2014 seine Arbeit aufgenommen hat. Trägerorganisation ist die "Kinderarche gGmbH".

Auch wenn ihre Büroräume noch nicht fertiggestellt sind, haben die beiden Sozialpädagogen Matthias Kosubeck und Christjan Böncker schon alle Hände voll zu tun. "Derzeit arbeiten wir vor allem am Aufbau eines funktionierenden Netzwerks", erklärt Kosubeck. Dazu gehört die Kommunikation mit dem Club und den Fans ebenso wie der Kontakt zu den Sicherheitskräften und der Polizei. Der Austausch verläuft bis jetzt sehr positiv: "Das Fanprojekt Fürth ist von allen Seiten gewollt und dementsprechend willkommen ist unsere Arbeit", so Kosubeck, der sich in der Fanszene der "Kleeblätter" aus eigener Erfahrung bestens auskennt.

Unterstützung von Stadt und Club

Seine Unterstützung für das Fanprojekt betonte auch Bürgermeister Markus Braun, der die Fans der SpVgg bei einem Ortsbesuch als Sympathieträger und Aushängeschilder der Stadt Fürth bezeichnete und die Bedeutung des Fanprojektes unterstrich. Helmut Hack, Präsident der SpVgg, imponierte besonders der große Einsatz der Fans: "Entscheidend ist nicht das Reden, sondern das Tun. Ihr habt das selbst in die Hand genommen und etwas geschaffen. Das ist vorbildlich", lobte Hack.

Am 1. September begleitete das Duo des Fürther Fanprojektes zum ersten Mal ein Heimspiel der SpVgg und ist seitdem bei jedem Spiel der Kleeblätter dabei. Die Arbeit von Kosubeck und Böncker orientiert sich an der Lebenswelt der Fans. Auch wenn in Zukunft die Räume des Fanprojektes fertiggestellt sind, werden die beiden Sozialpädagogen neben dem "Offenen Treff" in der Theresienstraße weiterhin aufsuchende Arbeit betreiben und als Ansprechpartner der Fans und Vermittler in Konfliktsituationen zur Verfügung stehen.

Schnittstelle zwischen Club, Fans und Polizei

Die Zielgruppe des Fanprojektes sind Kinder- und Jugendliche zwischen 12 und 27 Jahren aus der Fanszene und deren Umfeld der SpVgg Greuther Fürth. Kosubeck und Böncker sind spezialisiert auf die Szene der aktiven jugendlichen Fans, aber vollkommen unabhängig von einzelnen Ultragruppierungen. Nach einem guten Monat erfreut sich das Fanprojekt als Kommunikationsschnittstelle zwischen Verein, Fans und Polizei bereits großer Akzeptanz. "Bisher läuft es sehr gut", zeigt sich Kosubeck zufrieden. "Die Fans arbeiten super mit." Deshalb sind auch die Tage der Baustelle in der Theresienstraße gezählt.

Florian Reinecke