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München - Nach der 1:4-Pleite gegen Ingolstadt am vergangenen Spieltag ist der VfL Bochum im zweiten Heimspiel in Folge gegen den SC Paderborn um Wiedergutmachung bemüht und will mit einem "Dreier" in der Tabelle Abstand zu den Abstiegsplätzen gewinnen. Bielefeld hofft gegen auswärtsschwache Fortunen auf den zweiten Sieg in Serie vor eigenem Publikum, der FSV Frankfurt könnte mit einem Erfolg gegen Osnabrück die Kandidaten an der Spitze unter Zugzwang setzen (alle Freitagspartien des 14. Spieltags ab 17:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

VfL Bochum 1848 - SC Paderborn 07

Beide Teams rangieren momentan mit 16 Zählern im Mittelfeld und mussten in der Vorwoche jeweils frustrierende Heimpleiten einstecken. Von "peinlich" bis "beschämend" lauteten die Selbsturteile der Bochumer nach dem 1:4 gegen Ingolstadt. Jetzt gilt es für den Bundesliga-Absteiger, eine positive Reaktion zu zeigen und die Ärmel hochzukrempeln. Die Aufgabe gegen die Ostwestfalen schätzt VfL-Trainer Friedhelm Funkel nicht leicht ein, obwohl der SCP fünf der bisherigen sechs Auftritte auf fremdem Platz verlor. "Dass Paderborn über Qualität verfügt, hat das Team gegen Hertha gezeigt und in dem Spiel verdient mit 1:0 gewonnen. Sie sind in der Vorwärtsbewegung stark und beherrschen sowohl das Forechecking als auch das aus der Defensive heraus geführte Konterspiel."

Paderborns Trainer Andre Schubert, der den VfL Bochum "von der individuellen Qualität her zu den Top-Mannschaften der Liga" zählt, formuliert nach der Videoanalyse des 0:4 gegen die SpVgg Greuther Fürth eine klare Forderung an seine Mannschaft: "Wir haben als Team im ersten Durchgang ganz gut gespielt. In Bochum müssen wir allerdings die individuellen Fehler abstellen. Sonst werden wir von den Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel bestraft."

Während VfL-Coach Friedhelm Funkel einzig auf Philipp Bönig (Ellenbogenbruch) und Mirkan Aydin (Syndesmoseverletzung) verzichten muss, stehen Schubert mit Christian Strohdiek (Rotsperre), Jens Wemmer, Sven Krause (beide Muskelprobleme) sowie Philipp Heithölter (Muskelfaserriss) gleich vier Akteure nicht zur Verfügung. Weitere Ausfälle drohen bei Florian Mohr (Fieber) und Enis Alushi (Rippenprellung). Vor diesem Hintergrund spielt der SCP-Trainer alle Varianten durch: "Ich stelle das System zwar nicht gerne um. Aber vielleicht müssen wir aufgrund der Personalsituation auch auf ein 3-5-2 gehen". Gute Chancen auf einen Einsatz von Beginn an haben Toni Wachsmuth und Markus Palionis.




DSC Arminia Bielefeld - Fortuna Düsseldorf

"Wenn das Spiel in Oberhausen zu etwas gut war, dann für den Lernprozess. Das war reiner Anschauungsunterricht, wie man nicht antreten darf. Es kann nicht sein, dass der Gegner mehr kämpft und beißt als wir", machte Bielefelds Trainer Ewald Lienen nach dem 0:3 bei RWO unmissverständlich klar. Eine Reaktion auf die bittere Niederlage sei aber im Training vorhanden gewesen - "das müssen die Jungs jetzt nur noch auf dem Platz umsetzen."

Ein Sieg gegen Düsseldorf müsse aber hart erarbeitet werden. "Die werden uns alles abverlangen. Sie werden um ihr Leben rennen und kämpfen wie die Berserker", erwartet Lienen und warnt: "Die Düsseldorfer sind bei Standardsituationen hochgefährlich und kommen viel über die Außen - wir müssen deshalb hellwach sein!" Personell steht ein großes Fragezeichen hinter der Rückkehr von Arne Feick (Bänderriss) und Markus Bollmann (Muskelverletzung). Hingegen gaben Baldo di Gregorio und Christian Müller nach überstandenen muskulären Problemen "grünes Licht" für einen Einsatz.

Die Rheinländer kämpfen in Bielefeld gegen ihre eklatante Auswärtsschwäche an. Düsseldorf hat sechs seiner sieben Auswärtsspiele verloren und insgesamt erst drei Tore auf des Gegners Platz erzielt. Bei nur fünf Punkten Vorsprung auf Schlusslicht Arminia ist ein Remis in der SchücoArena die Mindestanforderung. "Da geht es um ganz viel", sagt Fortunas Trainer Norbert Meier: "Das wird eine Herausforderung, weil es auf der Alm hektisch zugehen wird." Fraglich bleibt, wer kühlen Kopf bewahren und die nötigen Treffer erzielen wird - stehen sich mit Bielefeld und Düsseldorf doch die torungefährlichsten Teams der Liga gegenüber. "Wir haben derzeit keinen Torjäger. Wenn wir alle Möglichkeiten genutzt hätten, stünden bei uns 15 Punkte mehr auf dem Konto", hadert Meier. Immerhin steht am Freitagabend Ranisav Jovanovic wieder zur Verfügung: Der 30-jährige Stürmer hatte zuletzt aufgrund einer Fußverletzung mehrere Tage pausieren müssen.




FSV Frankfurt - VfL Osnabrück

Mit 22 Punkten auf dem Konto weist der FSV schon ein beträchtliches Polster auf die Abstiegsränge auf und befindet sich auf einem guten Weg in Richtung Saisonziel Klassenerhalt. FSV-Cheftrainer Hans-Jürgen Boysen erwartet eine schwierige Aufgabe gegen den Aufsteiger, der am vergangenen Spieltag Spitzenreiter Berlin besiegte: "Wenn man zuhause Hertha BSC schlägt, weiß man, was die Mannschaft im Stande ist zu leisten, insbesondere in läuferischer und kämpferischer Hinsicht. Motivation und Einstellung sind top. Sie ist bereit, jeden Grashalm umzupflügen."

"Das ist ein sehr wichtiges Spiel", lautet die Einschätzung von FSV-Geschäftsführer Bernd Reisig, "mit 25 Punkten ginge es uns gut, wir würden - auch im Hinblick auf unser schwieriges Restprogramm - den Abstand zu den Abstiegsplätzen vergrößern." Auf dem Papier geht von den Osnabrückern allerdings nicht allzu viel Gefahr aus, schließlich errang der Aufsteiger in der Fremde erst einen Zähler in dieser Saison. "Ich glaube fest daran, dass wir auch noch unsere Auswärtspunkte holen werden", gibt sich VfL-Sportdirektor Lothar Gans optimistisch.

Boysen muss aufgrund der Gelb-Sperre von Samil Cinaz die "Sechser-Position" neu besetzen: "Wer derjenige sein wird, werde ich noch nicht verraten", orakelt der FSV-Coach, der neben Cinaz auch auf Tufan Tosunoglu (Kreuzbandriss), Marc Heitmeier (Achillessehnenbeschwerden) und Kai-Fabian Schulz (Zerrung) verzichten muss. Auf Osnabrücker Seite fehlt Trainer Karsten Baumann Dennis Schmidt (Riss des Syndesmosebandes). Auch die beiden Ex-Frankfurter Angelo und Henrich Bencik müssen aufgrund des Rückstandes nach ihren Verletzungen wohl passen.