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Gerät ein Schiff in hoher See in Not, ist der letzte Ausweg oft nur der Wurf des Rettungsankers. Reflektiert auf den Fußball heißt das so viel wie: Geraten die gesteckten Saisonziele stark außer Sichtweite, trennt man sich vom Trainer.

So auch beim FC Hansa Rostock: Die Hansa-"Kogge" durchlebte bisher eine recht stürmische Fahrt durch diese Saison. Nach dem 2:2 im Heimspiel am 12. Spieltag gegen den VfL Osnabrück wurde aus dem Sturm ein Orkan und die "Kogge" drohte zu kentern.

Großer Abstand nach oben

Mit 14 Punkten rangierte Hansa auf dem 12. Rang der 2. Bundesliga. Der Abstand zu den Aufstiegsplätzen 1 und 2 bzw. zum Relegationsplatz 3 betrug bereits beachtliche acht Zähler. Das gesteckte und erhoffte Saisonziel, der direkte Wiederaufstieg, geriet in Gefahr.

Die Konsequenz: Der Club trennte sich von Trainer Frank Pagelsdorf. Jetzt soll es ein Neuer richten: Dieter Eilts. Der ehemalige Nationalspieler soll die Hansa-"Kogge" wieder in seichte Gewässer führen und auf Kurs bringen.

Kurswechsel

Und das möglichst schnell. Schon am Montag im Heimspiel gegen den TSV 1860 München, bei dem Eilts erstmals auf der Hansa-Trainerbank Platz nehmen wird, hat er dazu die erste Gelegenheit (ab 20 Uhr im Live-Ticker).

"Erst einmal müssen wir die Lage stabilisieren. Ich sage bewusst wir. Hier ist absolut jeder gefordert, der Trainer, der Spieler, jeder Mitarbeiter, jeder Fan. Schwierige Situationen kann man im Sport nicht allein, sondern nur in der Gemeinschaft bewältigen. Wichtig ist doch, dass wir jetzt alle an einem Strang ziehen und unsere Lage verbessern. Wir müssen so schnell wie möglich das Optimum für Hansa rausholen", beschreibt der 43-Jährige sein primäres Ziel.

Im Aufgebot für die Partie gegen die "Löwen" stehen 19 Spieler. Neben Tobias Rathgeb und Zafer Yelen (beide Leisten-OP) fehlen auch Dexter Langen (Knieprobleme), Diego (Infekt) und der rotgesperrte Heath Pearce. Gegenüber dem 0:6 in Kaiserslautern sind Martin Retov, Djordjije Cetkovic und Addy-Waku Menga neu im Kader.

Kurz schmeckt Trainerwechsel überhaupt nicht

"Durch den Trainerwechsel wird Rostock mit neuem Schwung gegen uns auftreten", befürchtet 1860-Trainer Marco Kurz. Seine Spielbeobachtung ist durch den neuen Coach weitgehend hinfällig. "Das ist für mich die große Unbekannte, mit welchem System der neue Trainer spielen lässt. Die Struktur der Mannschaft, die Ausrichtung kann man nur erahnen."

Bei den "Löwen" drücken die jüngsten zwei Heimniederlagen in Folge nach wie vor auf's Gemüt. "Dadurch konnten wir unsere gute Position nicht verbessern, was sicher möglich gewesen wäre", sagt Kurz, der zwar nicht mit dem Ergebnis, aber mit dem Auftreten seiner Mannschaft zufrieden sein konnte. "Die Art und Weise, wie wir gegen Augsburg gespielt haben, war gut - die Chancenverwertung nicht", sagt der Trainer. "Daran müssen wir arbeiten."

Wieder mehr Möglichkeiten

Beim Gastspiel in Rostock verfügt Kurz wieder über mehr Optionen. Benjamin Schwarz hat seit über einer Woche wieder voll trainiert. Auch Mathieu Beda und Julian Baumgartlinger kehrten ins Training zurück, Sven Bender stieg am Samstag nach überstandener Magen-Darm-Infektion wieder ein.

"Dadurch, dass Beda und Benjamin Schwarz zurückkehren und Markus Thorandt wegen seiner Sperre ausfällt, wird es zwangsläufig Veränderungen geben", kündigt der Fußball-Lehrer an.

Beim Franzosen gibt es noch "Restprobleme", wie Kurz es beschreibt. "Wenn er fit ist, dann ist er natürlich eine gute Alternative. Mal schauen, wie er sich von der Frische her präsentiert und die letzten Trainingseinheiten körperlich verkraftet."