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München - Wer nach Düsseldorf zur Fortuna reist, könnte auch gleich die Punkte per Post an den Rhein versenden. Die Festung ESPRIT arena scheint für die Gegner uneinnehmbar. Wenn man nur diese Saison zugrunde legt, gewannen die Rheinländer alle bisherigen sechs Heimspiele und sind auch auswärts noch ungeschlagen. Dynamo Dresden ist der nächste Sparringspartner, der am Freitag sein Glück versucht. In den anderen beiden Begegnungen empfängt der Karlsruher SC den FC Ingolstadt und Braunschweig trifft auf Union Berlin (alle Spiele ab 17:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Fortuna Düsseldorf - SG Dynamo Dresden

Sollte der Aufsteiger aus Dresden den Heimnimbus Düsseldorfs brechen können? Immerhin holten die Sachsen aus den letzten vier Begegnungen zehn Punkte und feierten am vergangenen Spieltag mit 5:1 gegen den KSC ihren höchsten Saisonsieg. Die Voraussetzungen für eine Überraschung stehen also gar nicht so schlecht. Der Tabellenführer wird sich davon nicht sonderlich beeindrucken lassen. Die Fortuna scheint mittlerweile unschlagbar zu sein. Saisonübergreifend sind die Rheinländer nun 20 Spiele ohne Niederlage.

Zudem haben sie den erfolgreichsten Angriff (34 Tore) und mit Sascha Rösler (neun Tore) den besten "Knipser" der Liga in ihren Reihen. F95-Trainer Norbert Meier hält Dresden nicht für den typischen Aufsteiger. Nach dem Aufstieg fand bei den Sachsen ein Umbruch statt und es kamen 15 neue Spieler. Der Findungsprozess sei jetzt abgeschlossen, was man an den letzten Partien Dynamos sehen konnte. Meier stellte beim Aufsteiger einen enormen Variationsreichtum hinsichtlich der taktischen Grundordnung, weshalb seine Schützlinge sich "auf einiges einstellen müssen". Und der Coach weiß: "Die Antennen müssen immer ausgefahren sein. Wir freuen uns alle sehr darüber, dass wir so gut dastehen. Aber damit haben wir das nächste Spiel eben noch nicht gewonnen." Die Fortuna hat bis auf Adriano Grimaldi (private Gründe) und Ken Ilsö (Knöchelverletzung) alle Mann an Bord.

Für Dresden-Coach Ralf Loose ist diese Begegnung "eine sehr emotionale Angelegenheit", da er sieben Jahre als Spieler für die Fortuna aktiv war. Der 48-Jährige sieht den Tabellenersten als klaren Favoriten, hat aber schon einen Plan, wie er mit seinem Team erfolgreich agieren kann. Ein Mittel wäre dem Gegner wenig Raum zu bieten und dessen Individualisten zu stoppen. Allerdings dürfe der Aufsteiger sich keine Unkonzentriertheit wie beim Gegentor im KSC-Spiel leisten. Dynamo reist ohne folgende Spieler nach Düsseldorf: Dennis Eilhoff (Fingerverletzung), Jens Möckel (Schienbeinbruch) und Gerrit Müller (Reha).




Karlsruher SC - FC Ingolstadt 04

In Karlsruhe steigt am Freitag das "Kellerduell" der beiden Schießbuden der 2. Bundesliga. Nach dem 1:5-Debakel am letzten Spieltag in Dresden musste KSC-Trainer Rainer Scharinger die Koffer packen. Interimscoach Markus Kauczinski, der vorher die U23-Mannschaft trainierte wird am Freitag auf der Bank Platz nehmen. Die Karlsruher Vereinsführung erhofft sich den klassischen Wechseleffekt, damit in der Mannschaft neue Strukturen geschaffen werden und ein Aufwärtstrend erfolgt. Bereits am Montag soll ein neuer Chef-Trainer präsentiert werden. Die Situation ist äußerst prekär.

Die Badener sind seit zehn Spieltagen ohne Sieg. Besonders im Wildparkstadion konnte der KSC den Heimvorteil nicht nutzen. Genauso wie in der Tabelle sind die Karlsruher in der Heimstatistik auf dem vorletzten Platz. Gerade vor eigenem Publikum muss der Klub punkten, wenn er nicht in Abstiegsgefahr geraten will. Torhüter Dirk Orlishausen ist wieder einsatzbereit. Dagegen fallen Thomas Konrad (Adduktorenreizung), Marcus Piossek (Schlüsselbeinbruch), Andrei Cristea (Knie-OP) und Steffen Haas (Gelbsperre) aus.

Der FC Ingolstadt steht zwar punktgleich nur einen Platz vor dem KSC, konnte aber zumindest am vergangenen Spieltag überzeugen. Die Schanzer brachten die ungeschlagene Eintracht aus Frankfurt an den Rand einer Niederlage und mussten erst in der Nachspielzeit den Ausgleich hinnehmen. Das war allerdings auch nur ein Lichtblick der Ingolstädter, zumal es der einzige Punkt aus den letzten fünf Spielen war. Kein Team der 2. Bundesliga schnitt in diesem Zeitraum schlechter ab.

Die Auswärtsbilanz gleicht einem Desaster. Null Punkte aus sieben Spielen. Einen Hoffnungsschimmer gibt es für den FCI aber dennoch. In der letzten Saison gelang mit einem 4:1 beim KSC der Wendepunkt und die Ingolstädter starteten eine Serie, die sie vor dem Abstieg bewahrte. Vielleicht haben die Schanzer auch am Freitag ein entscheidendes Deja-Vu-Erlebnis. Schmerzlich vermissen werden sie ihren Kapitän Stefan Leitl, der wegen der fünften Gelben Karte ein Spiel gesperrt ist. Außerdem fehlen Leonhard Haas und Kristoffer Andersen (beide im Aufbautraining).





Eintracht Braunschweig - 1. FC Union Berlin

Dem Aufsteiger aus Braunschweig gelang im Montagsspiel in Fürth ein souveräner 3:1-Auswärtssieg. Damit hielten die Niedersachsen den Anschluss an das Spitzenquintett. Union Berlin kommt ins Eintracht-Stadion, um endlich den ersten Auswärtssieg zu landen. Die "Eisernen" sind saisonübergreifend nun schon auf fremden Platz seit neun Partien sieglos. Da viele Fußballer bekanntlich abergläubisch sind, nimmt die Vorbereitung der Berliner skurrile Züge an.

Zum Beispiel wurde am Mittwoch zur Spieltags-Pressekonferenz erstmals in dieser Saison kein Spieler eingeladen. "Irgendworan muss es ja liegen", sagte Uwe Neuhaus. Bei allem Aberglauben bereiten sich die Berliner natürlich intensiv auf ihren kommenden Gegner vor: "Braunschweig hat sich enorm entwickelt. Es gibt Parallelen zu uns. Die Mannschaft ist eingespielt und das Umfeld mit den Zuschauern erstligareif", meinte Neuhaus. "Ich erwarte großen Druck gegen uns. Aber wir wollen uns nicht verstecken und die Räume nutzen, die sich bieten werden."

Der Union-Trainer kann wieder auf seinen Stamm-Außenverteidiger Marc Pfertzel zurückgreifen. Der Abwehrspieler ist hochmotiviert und rechnet sich gegen die ambitionierte Eintracht durchaus Chancen aus. Dafür gilt der Einsatz von John Jairo Mosquera mehr als fraglich. Simon Terodde (Innenbandverletzung im rechten Knie), Daniel Göhlert (Adduktorenzerrung), Fabian Fritsche und Oliver Hofmann (beide Aufbautraining) stehen nicht im Union-Kader.

Braunschweig-Coach Torsten Lieberknecht hat trotz der Auswärtsschwäche der Berliner gehörigen Respekt vor dem Union-Team: "Eine groß gewachsene und erfahrene Zweitligamannschaft, die besonders bei Standards brandgefährlich sein kann." Marc Pfitzner ist nach abgelaufener Gelbsperre wieder dabei. Eintracht muss auf Norman Theuerkauf (5. Gelbe Karte) und Torwart Marjan Petkovic (Meniskusoperation) verzichten.