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Obwohl der MSV Duisburg nach einer enttäuschenden Hinrunde nur auf Platz 10 steht, hat Trainer Peter Neururer den Aufstieg in die Bundesliga noch nicht abgehakt. Deshalb haben die "Zebras" noch einmal auf dem Transfermarkt zugeschlagen und mit dem Ex-Wolfsburger Bernd Korzynietz einen erfahrenen Mann geholt.

"Wir haben neun Punkte Rückstand auf den Aufstiegsrang und acht Punkte auf den Relegationsplatz. Dieser Abstand ist normalerweise einer, den man aufholen kann, keine Frage", gab Peter Neururer nach dem Wintercup in Düsseldorf gewohnt optimistisch zu Protokoll. "Mit anderen Vereinen ist mir schon ähnliches und mehr gelungen."

Viele personelle Änderungen

Seit zwei Monaten arbeitet Neururer jetzt beim MSV. In den vier Zweitligaspielen vor der Winterpause blieb der Club unter seiner Regie zwar ungeschlagen (ein Sieg, drei Unentschieden), doch für eine große Aufbruchstimmung konnte der 53-Jährige noch nicht sorgen.

Das soll sich jetzt ändern. Das Personalkarussell nahm noch einmal Fahrt auf, der Vertrag mit Avalos wurde aufgelöst, Talent Terodde nach Düsseldorf ausgeliehen und den Akteuren Chaftar, Atem, Salou und Branco ein Vereinswechsel nahe gelegt. Mit Bernd Korzynietz wurde nur ein Neuer geholt.

"Wir haben ihn geholt, weil wir auf der rechten Position keine großen Alternativen haben. Er kann wieder ein Führungsspieler werden, weil er 100 Prozent in diese Mannschaft passt", lobt Neururer den Neuzugang, der beim Wintercup sein Debüt im MSV-Trikot gab.

"Wir haben gut gearbeitet"

Nun gilt beim MSV die ganze Konzentration dem Rückrunden-Auftakt in Rostock. "Wir haben gut gearbeitet, wir haben wenig Verletzte. Das ist schon einmal eine gute Voraussetzung. Unser kurzfristiges Ziel ist, dass wir gut aus den Startlöchern kommen, nicht verlieren und wir aus den ersten Spielen eine ordentliche Punktzahl holen", gibt MSV-Mittelfeldspieler Tobias Willi die Marschrichtung vor. "Und dann können wir in der Mitte der Rückrunde vielleicht noch einmal auf die Tabelle gucken."

Mit dieser Einstellung gelang Peter Neururer vor sieben Jahren in einer ähnlichen Konstellation noch mit dem VfL Bochum die Bundesliga-Rückkehr. "Es wird wahnsinnig schwer, gerade weil sieben Mannschaften zwischen uns und dem Aufstiegsplatz stehen. Aber wenn alles greifen sollte, wenn das nötige Glück, das man sich erarbeiten muss, auf unserer Seite ist und wenn andere Mannschaften schwächeln sollten, dann ist noch alles drin", glaubt Neururer.

Der Blick geht nur nach oben

"Daran werden wir arbeiten. Wir werden diesen letzten Funken Hoffnung aufrechterhalten. Denn ohne diese Hoffnung brauchen wir gar nicht anzufangen", so der Coach weiter. "Denn mit dem Abstieg wird der MSV Duisburg nichts zu tun haben. Wir müssen uns einfach nach oben orientieren."

Seine Wunschelf zum Rückrundenstart hat Neururer bereits im Kopf. Sieben bis acht Kicker aus dem letzten Test gegen Hertha will er in Rostock aufbieten. Dort soll das Projekt "Aufstieg 2009" seinen Anfang nehmen und den Trainer auf seiner 13. Station im deutschen Profifußball wieder dahin bringen, wo er sich und den Verein angemessen vertreten sieht: in der Bundesliga.

Tobias Gonscherowski