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Die Rückkehr der "Roten Teufel" nach vier Jahren in der 2. Bundesliga ist für die Fans des 1. FC Kaiserslautern bereits beschlossene Sache. Noch eine Stunde nach dem Schlusspfiff des Spiels gegen Bielefeld am Montag standen mindestens 100 Anhänger im Fanblock des ansonsten leeren Stadions und feierten den Aufstieg in die Bundesliga. Vorstandsboss Stefan Kuntz lauschte den Gesängen zufrieden in den Katakomben, kündigte dann aber eine große Märchenstunde an, um seine Spieler vor Leichtsinn zu warnen.

"1991 hätten wir mit einem Unentschieden zu Hause gegen Mönchengladbach vorzeitig Meister werden können und haben 2:3 verloren", sagte Kuntz nach dem 2:1 (0:1)-Sieg bei Arminia Bielefeld: "Da werde ich in den nächsten Tagen Mal den Märchenonkel geben und den Spielern diese Geschichte erzählen."

Sam setzt auf die Heimstärke

Verspielen können die Pfälzer den Aufstieg bei acht Punkten Vorsprung auf Rang drei und drei ausstehenden Spielen nur noch theoretisch, Glückwünsche wollte Kuntz aber noch nicht entgegennehmen. "Vor dem Geburtstag nimmt ja auch noch keine Glückwünsche an", äußerte er nüchtern.

Die meisten Spieler hielten sich an die allgemeine Diktion, lediglich Sidney Sam trug das Herz auf der Zunge. "Das wäre sehr, sehr schlimm, wenn da noch was passieren würde", sagte der wieder einmal starke U-21-Nationalspieler. Er ist sich sicher, dass der viermalige deutsche Meister die Rückkehr in die Bundesliga mit einem Sieg am Freitag vor 50.000 Zuschauern gegen den F.C. Hansa Rostock perfektmachen wird: "Da wir zu Hause spielen, mache ich mir eigentlich keine großen Sorgen."

"So sicher wie das Amen in der Kirche"

Für Arminia-Trainer Frank Eulberg ist es "so sicher wie das Amen in der Kirche, dass Lautern aufsteigt. Das ist die beste Mannschaft der Liga, und Sam ist der beste Spieler der Liga." Ob er Lautern-Coach Marco Kurz auch für den besten Trainer der Liga hält, sagte Eulberg nicht; in jedem Fall formte der Ex-Profi ein Team, das völlig zu Recht aufsteigen wird.

Dies erreichte Kurz mit einer ganz nüchternen und sachlichen Art. Für Martin Wagner, einen der 98er-Meisterhelden, ist er deshalb "ein Typ wie Bremens Thomas Schaaf". Den Sieg in Bielefeld analysierte der 40 Jahre alte Kurz scheinbar so emotionslos wie ein Unentschieden zweier Teams aus dem Liga-Mittelfeld. "Wir sind noch nicht aufgestiegen", mahnte er: "Wir dürfen nicht den Boden unter den Füßen verlieren und müssen die Konzentration hochhalten. "

Lakic und Sam wieder versöhnt

Deutlich zu viele Emotionen hatten im Training am Samstag Sam und Srdjan Lakic gezeigt, doch ausgerechnet die beiden Streithähne schossen in Ostwestfalen nach dem Rückstand durch das Elfmeter-Tor von Chris Katongo (42.) den Sieg heraus (48./86.).

"Dass die beiden die Tore schießen, die da Nase an Nase standen, ist eine Geschichte, die das Leben schreibt", sagte Kuntz und ergänzte schmunzelnd: "Ich weiß nicht, ob es nun bei uns im Training mehrere Ringkämpfe geben wird. Wenn sich das als besonderes Motivationsmittel erweisen wird, wird Marco in dieser Woche einiges zu schlichten haben."

Nach dem Spiel gaben die beiden Matchwinner jedenfalls schon wieder einig Interviews. "So was kommt vor. Wir haben beide Temperament, aber das ist aus der Welt geschafft", erklärte Sam. Und Lakic ergänzte: "Wir sind beide sehr emotional, da kann es schonmal knallen. Aber wir sind wie Brüder."

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