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Aalen - Über das 2:2 beim VfR Aalen mag sich beim Karlsruher SC niemand ärgern. Schließlich kann man schon am kommenden Wochenende mit einem Heimspiel gegen den Tabellenletzten vorlegen

Markus Kauczinski ballte kurz die Faust, ehe er seine Spieler weiter lautstark nach vorne trieb: "Weiter, weiter!", forderte der KSC-Trainer, nachdem Stürmer Rouwen Hennings schon nach wenigen Sekunden das 1:0 (2.) für seine Mannschaft erzielt hatte. Und tatsächlich ging es weiter für sein Team, das durch Ilijan Micanski im zweiten Durchgang einen zweiten Treffer folgen ließ (63.). Am Ende musste sich der KSC dennoch mit einem Punkt zufrieden geben, Aalen glich durch zwei Tore von Jürgen Gjasula (54./65.) aus. "Eine gute Mannschaft", lobte Jens Todt die Platzherren. "Wenn die so weitermachen, bleiben sie drin."

"Mitten im Lernprozess"

Natürlich musste der KSC-Manager kurz darauf auch die Frage klären, ob das Remis denn nun einen Rückschlag im Aufstiegsrennen bedeute. Schließlich hatte die Konkurrenz aus Kaiserslautern, Ingolstadt und Darmstadt an diesem 27. Spieltag dreifach gepunktet, mithin war der Abstand auf den Relegationsplatz von einem auf drei Zähler angewachsen (zur Tabelle). "Das glaube ich nicht", antwortete der Ex-Nationalspieler. "Schließlich liegen alle Mannschaften in Schlagdistanz und es sind noch sieben Spiele auszutragen." Im Übrigen dürfe man nicht vergessen, dass der KSC nicht mit dem Saisonziel Aufstieg in die Serie gegangen sei. "Wir sind mitten in einem Lernprozess."

Die Lehren aus dem Aalen-Spiel gilt es dabei möglichst noch vor dem mit Spannung erwarteten Heimspiel gegen den FC St. Pauli am Freitag zu ziehen. Schließlich schafften es die taktisch hervorragend eingestellten Aalener in der ersten halben Stunde ein ums andere mal, die Karlsruher Innenverteidigung vor Probleme zu stellen. Der VfR griff meist mit Collin Quaner und dem dahinter postierten Andreas Ludwig durch die Mitte an. Dafür stand das Karlsruher Zentrum teilweise zu weit auseinander. "Wir waren da in Bedrängnis, obwohl wir eigentlich  eine Mannschaft  sind, die wenige gegnerische Torchancen zulässt", ärgerte sich KSC-Coach Markus Kauczinski nach dem Schlusspfiff.

Er hatte allerdings auch gesehen, dass sich seine Hintermannschaft spätestens nach 20 Minuten auf die Aalener Offensivstrategie eingestellt hatte. Dass das Spiel daraufhin weiter munter hin- und herwogte, machte den über 8.474 Zuschauern, die ein spektakuläres Spiel sahen, große Freude - den beiden Trainern hingegen offenbar weniger. "Das war zum Teil ein ganz schön wildes Spiel", fand Aalens Coach Stefan Ruthenbeck, während Kauczinski besonders die Phase nach dem zweiten Karlsruher Treffer wurmte: "Da haben wir ein wenig den Zugriff verloren und zu viele Ballverluste im Mittelfeld gehabt."

Der KSC kann vorlegen

Auch die Probleme im Mittelfeld dürften in den kommenden Tagen Thema der einen oder anderen Ansprache sein, schließlich steht bereits am kommenden Freitag die nächste Partie auf dem Spielplan. Wenn St. Pauli in den Wildpark kommt, rechnet man beim KSC nicht nur mit einem gut gefüllten Stadion, sondern auch mit einer Gastmannschaft, die alles tun wird, um den Klassenerhalt mit einem Sieg beim Favoriten wahrscheinlicher werden zu lassen. Für den KSC hat diese Ausgangslage allerdings auch sein Gutes, wie Manager Jens Todt weiß: "Es ist immer schön, wenn man am Freitag vorlegen kann und mal die anderen hinterherlaufen müssen."

Christoph Ruf