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Nach zuletzt drei Siegen in Folge hat es den FC St. Pauli wieder erwischt. Mit 0:1 verloren die "Kiezkicker" das Spitzenspiel des 29. Spieltages bei Fortuna Düsseldorf. Bereits am kommenden Montag wartet mit dem FC Augsburg der nächste Kracher auf die Hanseaten.

Im exklusiven Gespräch mit bundesliga.de äußert sich St. Pauli-Stürmer Rouwen Hennings zum Saison-Schlussspurt, den zunehmenden Druck und die Erwartungshaltung der Fans.

bundesliga.de: Der FC St. Pauli hat das Spitzenspiel bei Fortuna Düsseldorf 0:1 verloren. Was hat den Unterschied ausgemacht?

Rouwen Hennings: Das war eine ärgerliche Niederlage. Wir haben die 1. Halbzeit taktisch gut gespielt, wenig zugelassen. Fußballerisch waren wir über das gesamte Spiel die bessere Mannschaft. Aber dafür können wir uns nichts kaufen. Wir müssen jetzt das Spiel aufarbeiten. Wir haben einen individuellen Fehler gemacht und direkt nach der Pause ein dummes Tor kassiert. Defensiv ist die Fortuna gerade Zuhause stark. Unser finaler Ball ist nicht angekommen. Das müssen wir uns wieder erarbeiten, dann wird es wieder.

bundesliga.de: Jetzt kommt in einer Woche direkt das nächste Spitzenspiel gegen den FC Augsburg. Der Druck auf St. Pauli dürfte gerade in einer Medienstadt wie Hamburg zunehmen?

Hennings: Ja, aber Druck von außen lassen wir nicht an uns heran. Wir wollen gegen Augsburg die Niederlage von Düsseldorf vergessen machen. Wir haben gegen Augsburg ein absolutes Spitzenspiel. Das sind fußballerisch die beiden besten Mannschaften der 2. Liga. Da wollen wir uns beweisen und das Spiel gewinnen.

bundesliga.de: In letzter Zeit geht es beim FC St. Pauli auf und ab. Nach drei Niederlagen gab es drei Siege, jetzt wieder einen Rückschlag. Fehlt auf der Zielgeraden ein bisschen die Konstanz?

Hennings: Ich glaube nicht, dass eine Mannschaft durchgehend gewinnt. Klar hatten wir ein kleines Tief. Aber darüber sind wir hinweg. Dass man nach einer Siegesserie auch wieder einmal ein Spiel verliert, ist ganz normal. Deswegen denke ich auch nicht, dass wir unkonstant sind.

bundesliga.de: Glauben Sie, dass der Druck noch einmal zunimmt? Die Fans erwarten den Aufstieg. Ist die Mannschaft dem gewachsen?

Hennings: Die Fans erwarten den Aufstieg seit dem 2. Spieltag, als wir in Aachen 5:0 gewonnen haben. Jeder von uns will aufsteigen, das ist ganz klar. Jeder hat seine eigenen Vorstellungen. Wir können uns diesen Traum erfüllen. Der Druck nimmt zu, aber damit müssen wir umgehen können.

bundesliga.de: Haben Sie eine Erklärung dafür, dass St. Pauli auswärts in dieser Saison entweder gewinnt oder verliert. Unentschieden gibt es nicht. Spielt die Mannschaft zu sehr auf Sieg?

Hennings: Man muss ja auch sehen, wann die Tore fallen. In Bielefeld habe wir ein frühes Tor kassiert, in Düsseldorf kurz nach der Halbzeit, in Augsburg in letzter Sekunde. Die Spiele sind unglücklich gelaufen. Es ist keine Naivität, dass wir die ganze Zeit anrennen. Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Aber wir werden beim Stand von 0:0 sicher nicht in der 90. Minute alles nach vorne werfen.

bundesliga.de: Das Restprogramm des FC St. Pauli hält noch ein paar unangenehme Gegner parat. Gegen Augsburg, in Berlin, gegen Koblenz, in Fürth und zum Abschluss gegen Paderborn. Wieviele Punkte braucht St. Pauli noch, um aufzusteigen?

Hennings: Wir wollen 15 Punkte holen. Wir wollen jedes Spiel gewinnen und müssen es gegen Augsburg besser machen als in Düsseldorf.

bundesliga.de: Was erwarten Sie für eine Ansprache des Trainers in dieser Woche?

Hennings: Er wird uns das sagen, was er uns die ganze Saison schon erzählt hat. Wir sollen an unsere Stärke glauben und brauchen nicht viel auf den Gegner schauen. Wir werden uns konzentriert auf Augsburg vorbereiten. Die Niederlage wirft uns absolut nicht um.

bundesliga.de: Sie haben wieder einmal von Anfang an gespielt. Wie zufrieden waren Sie mit Ihrer Leistung?

Hennings: Ich war ein bisschen überrascht. Ich war letzte Woche nach meiner Verletzung zum ersten Mal wieder dabei. Ich habe mich gefreut, dass ich gegen die Fortuna von Beginn an ran durfte und über einen längeren Zeitraum spielen durfte. Ich habe versucht, etwas zu machen, hatte ein, zwei Chancen. Aber wenn man ein Spiel verloren hat, kann man nicht zufrieden sein.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski