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Cottbus - Erstmals im zehnten Spiel seit seinem Wechsel in die Lausitz wurde er ausgewechselt: Auch für Ivica Banovic lief es nicht wirklich rund bei der 0:2-Heimniederlage seines Clubs gegen Tabellenführer Greuther Fürth. Dennoch war der 31-Jährige noch einer der besseren Cottbuser. Seine Auswechslung hatte eher taktische Gründe: FCE-Coach "Pele" Wollitz wollte mit Alexander Ludwig einen weiteren frischen Offensivmann bringen, um den 0:1-Rückstand noch umzubiegen, dem die Lausitzer seit der 21. Spielminute hinterherliefen.

Drei Minuten nach Beendigung seines Arbeitstages musste Banovic dann aber mit ansehen, wie die fränkischen Gäste den 2:0-Endstand erzielten. Es war bereits der 23. Gegentreffer, den der FC Energie in dieser Saison kassierte - noch anfälliger sind in der 2. Bundesliga aktuell nur die "Kellerkinder" aus Karlsruhe und Ingolstadt.

Im Gespräch mit bundesliga.de hadert der Kroate mit der Effektivität, mit der die Gegner die Fehler des FC Energie bestrafen - und hofft auf mehr Fortune auf fremdem Platz.

bundesliga.de: Herr Banovic, wie haben Sie die Heimniederlage gegen Greuther Fürth gesehen? War Fürth als Tabellenführer einfach zu stark - oder war nicht doch noch mehr drin für Cottbus heute?

Ivica Banovic: Der Knackpunkt war vielleicht, dass wir in der ersten Halbzeit nicht das 1:1 durch Dimitar Rangelov gemacht haben. Das war eine Riesentorchance. Fürth stand insgesamt defensiv zwar sehr gut. Aber wir haben auch unsere Standards ganz schlecht genutzt - wir hatten mehrere Eckbälle und Freistöße. Das haben wir nicht gut gespielt. Fürth war einfach viel effektiver und erfahrener als wir. Sie haben letztlich verdient gewonnen. In der zweiten Halbzeit haben wir alles versucht und eine halbe Stunde lang richtig Druck erzeugt. Genau dann kam das 2:0. Das war die Entscheidung.

bundesliga.de: War die Mannschaft möglicherweise auch verunsichert wegen der Ereignisse um Martin Fenin?

Banovic: Nein, nein. Das darf kein Alibi sein. Das ist eine ganz andere Geschichte. Wir haben uns damit im Vorfeld des Spiels auseinandergesetzt.

bundesliga.de: Der FC Energie hat vier der letzten fünf Spiele verloren. War der knappe Sieg beim FSV Frankfurt am Ende doch nur ein Strohfeuer?

Banovic: Was soll ich sagen? Die Gegner nutzen unsere Fehler im Moment gnadenlos aus. Wir dagegen nutzen die gegnerischen Fehler eben nicht so gnadenlos. Bei uns wird momentan einfach jeder Fehler bestraft. Das hat man auch beim zweiten Gegentor gesehen. Fehler passieren zwar, aber bei uns bedeuten sie derzeit immer gleich ein Gegentor. Wir spielen im Moment so wie es der Tabellenplatz ausdrückt: Das ist einfach nur Durchschnitt.

bundesliga.de: Jetzt geht es am Freitag zum Derby beim Aufsteiger Hansa Rostock. Woraus schöpfen Sie Zuversicht, dass es dort besser läuft?

Banovic: Daraus, dass wir das letzte Auswärtsspiel gewonnen haben.

Das Gespräch führte André Anchuelo