ANZEIGE

Karlsruhe/Köln - Auch wenn der Karlsruher SC mit dem 0:0 gegen RB Leipzig am vergangenen Montag den Sprung auf Platz 2 verpasst hat, so sind die Badener immer noch voll im Kampf um den Aufstieg dabei. Abwehrrecke Daniel Gordon, ausgebildet bei Borussia Dortmund, stieg schon mal mit dem KSC auf - in der Saison 2012/13 von 3. Liga in die 2. Bundesliga.

Im exklusiven Interview spricht der Leistungsträger mit bundesliga.de über die Aufstiegschancen der Badener, das kommende Duell mit Spitzenreiter Ingolstadt und den gefestigten Teamgeist innerhalb der Mannschaft.

bundesliga.de: Darmstadt mischt immer noch munter in der Spitzengruppe mit. Glauben Sie, dass sich der Aufsteiger bis zum Ende oben halten können?

Daniel Gordon: Wer die Darmstädter jetzt noch unterschätzt oder auf einen Einbruch wartet, der wird sich täuschen. Sie haben konstant ihre Leistungen abgerufen und überall ihre Punkte geholt. Weiterhin werden sich viele Mannschaften gegen Darmstadt schwertun, so dass die Lilien ihre Punkte sammeln und den Aufstiegskampf spannend halten werden.

bundesliga.de: Sie haben vier Punkte Vorsprung auf Düsseldorf, dahinter folgt ein punktgleiches Trio. Glauben Sie, dass Leipzig, Braunschweig oder Nürnberg noch einmal oben angreifen?

Gordon: Davon bin ich überzeugt, ja. Die Mannschaften schielen schon noch nach oben und wollen eine Serie starten, definitiv. Die werden alles dafür unternehmen - und wir wollen es verhindern, dass eine Mannschaft noch einmal herankommt. Wenn wir in den nächsten Wochen konstant unsere Punkte einfahren, haben wir mit den Mannschaften unter uns nichts mehr zu tun.

"Haben uns spielerisch brutal weiterentwickelt"

bundesliga.de: Im damaligen Interview haben Sie den Teamgeist beim KSC hervorgehoben. Auch die Defensive ist sehr stabil. Was ist Ihre größte Stärke?

Gordon: Es ist ein klassischer Spruch, aber: Beim KSC ist ganz klar die Mannschaft der Star. Wir funktionieren als Team hervorragend. Das Prunkstück des KSC ist sicherlich die Defensive. Aber dass wir die zweitbeste Abwehr haben, bedeutet auch, dass die Stürmer sehr gut nach hinten arbeiten. Andererseits greifen wir Verteidiger mit an - ich hatte gegen Leipzig eine hervorragende Kopfballchance. Wir unterstützen uns alle. Sicherlich müssen wir unsere Möglichkeiten noch besser nutzen, aber wir sind gefestigt und haben uns spielerisch brutal weiterentwickelt.

bundesliga.de: Wie viel Spaß macht so eine erfolgreiche Saison? Wie ist die Stimmung innerhalb der Mannschaft?

Gordon: In erster Linie ist Erfolg entscheidend für die Stimmungslage einer Mannschaft. Aber auch die Art und Weise wie wir Fußball spielen, macht einen glücklich. Alles Jungs sind charakterlich top, ich gehe sehr gerne in jedes Training. Natürlich ärgern wir uns auch, gegen Leipzig zwei Punkte liegen gelassen zu haben. Keiner ist zufrieden, wir wollen uns stetig verbessern. Mit drei Punkten am Montag wäre die Stimmung jetzt noch ein bisschen besser.

"Fußballer geworden, um in der Bundesliga zu spielen"

bundesliga.de: Blicken wir einmal voraus: Was werden Sie am 24. Mai 2015 (34. Spieltag, Anm. d. Red.) machen?

Gordon: Mal schauen... Ich habe für den Sommer noch nichts geplant. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, was ich an dem Tag vorhabe... (schmunzelt)

bundesliga.de: Aber Ihr persönlicher Traum von der Bundesliga ist sehr groß...

Gordon: Ich bin Fußballer geworden, um in der Bundesliga zu spielen. Aus verschiedenen Gründen hat es noch nicht so richtig geklappt - ich habe mit Dortmund ja ein paar Bundesligaspiele absolviert. Aber der KSC ist auf einem sehr guten Weg. Der Verein wirtschaftet seriös und verbessert sich in allen Strukturen hervorragend. Ob es mit dem Aufstieg dieses Jahr klappt oder vielleicht nächstes, da ist der Club sehr entspannt. Aber klar: Wenn sich die Chance dieses Jahr bietet, wollen wir sie natürlich nutzen.

Das Gespräch führte Tim Tonner

Infografik zum Aufstiegscheck des Karlsruher SC

Portrait von KSC-Trainer Markus Kauczinski