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Dank der Ausrutscher der drei Bestplatzierten der 2. Bundesliga kann auch der MSV Duisburg noch immer von der Rückkehr in die Bundesliga träumen. Der Rückstand auf den Relegationsplatz 3 beträgt zwar noch sechs Zähler, doch nach zwei Siegen in Serie sind die "Zebras" selbstbewusst.

Am vergangenen Spieltag war Nicky Adler der Matchwinner beim Tabellenletzten Rot Weiss Ahlen. Der Angreifer erzielte den 1:0-Siegtreffer der Duisburger. Im Interview mit bundesliga.de spricht er über das Spiel in Ahlen und die Tatsache, dass er beim Tor eigentlich falsch postiert war.

Weiterhin sagt Adler, wie er die Aufstiegschancen seiner Mannschaft einschätzt und was nötig ist, um im anstehenden Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth zu bestehen.

bundesliga.de: Herr Adler, herzlichen Glückwunsch zum Sieg in Ahlen. Konnte man spüren, dass es für RW ums nackte Überleben ging?

Nicky Adler: Von den vor dem Spiel getroffenen Aussagen her, war uns das schon bewusst. Vom Spiel her war es dann aber insgesamt ein bisschen wenig. Ich denke aber, da haben wir auch unser Nötiges dazu beigetragen. Wir hatten einen ganz guten Tag und ordentlich gespielt.

bundesliga.de: Ihr drittes Saisontor hat den Unterschied gemacht. Freut es Sie, wenn Sie der Mannschaft auf diese Weise weiterhelfen können?

Adler: Ja, natürlich freut es mich, wenn ich ein Tor schieße und wir dadurch gewinnen. Insgesamt war das ein schöner Tag für mich.

bundesliga.de: Christian Tiffert meinte nach dem Spiel, Sie wären bei der Freistoßvariante, die dem Tor vorausging, falsch gelaufen. Wo hätten Sie denn eigentlich sein sollen?

Adler: Wir haben feste Einweisungen. Wir sind von eins bis fünf benannt, wer wann in den Strafraum läuft bei einem Freistoß. Ich bin da wohl nicht ganz auf meiner Position gelaufen. Ich habe einfach nur nach dem Ball geguckt. Ich hätte mehr in Richtung erster Pfosten laufen sollen. Ich habe mich in der Situation nur nach dem Ball orientiert und das war wohl die bessere Entscheidung (lacht).

bundesliga.de: Sechs Punkte trennen den MSV vom Relegationsplatz 3. Hat Duisburg noch eine reale Chance auf den Aufstieg?

Adler: Theoretisch gesehen, ist ja noch alles möglich - zumal wir ja in zwei Wochen noch gegen Augsburg spielen. Trotzdem denke ich, ist der Vorsprung für Augsburg schon noch riesengroß. Wir haben es ja nicht mehr in den eigenen Händen. Erst mal müssen wir zusehen, dass wir unsere Spiele gewinnen und dann noch hoffen, dass Augsburg ein paar Mal patzt. Da muss noch viel passieren, damit das irgendwo doch noch realistisch wird.

bundesliga.de: Dann muss aber gegen die SpVgg Greuther Fürth unbedingt ein Sieg her. Wie muss der MSV auftreten, um gegen die offensivstarken Fürther zu bestehen?

Adler: So, wie wir in den vergangenen Spielen aufgetreten sind. Wir müssen das zeigen, was uns in den vergangenen Wochen stark gemacht hat. Wir müssen kompakt und eng stehen und die paar Möglichkeiten, die wir haben, effektiv nutzen. Wie das geht, haben wir ja im Hinspiel bewiesen. Die Fürther hatten damals viele Chancen, erzielten aber kein Tor. Wir hingegen hatten nur zwei, drei Chancen und haben eine davon genutzt und auswärts gewonnen. So würde ich das angehen. Man darf aber nicht vergessen, dass Fürth nichts mehr zu verlieren hat. Die werden sicher ordentlich mitspielen.

bundesliga.de: In der Hinrunde schossen Sie in Fürth den 1:0-Siegtreffer. Es war damals der erste Sieg unter Milan Sasic. Wie wichtig war der "Dreier" für die Ruhe im Verein?

Adler: Dass wir erstmals unter dem neuen Trainer gewonnen hatten und zudem auswärts gewonnen hatten, war schon sehr wichtig. Nach dem etwas holprigen Saisonstart hat uns das sehr geholfen. Und anschließend haben wir viele Wochen lang bis auf ein paar Ausrutscher sehr gut gespielt. Das war ein richtungsweisendes Spiel. Wobei wir ja schon ein bisschen Dusel hatten. Sami Allagui hat ja einen späten Elfmeter verschossen. Auch das Glück war uns da endlich wieder holt und so kann man sagen, dass es ein sehr wichtiges Spiel für uns war.

bundesliga.de: Duisburg hat zuletzt gegen Koblenz erstmals seit dem ersten Spiel der Rückrunde wieder daheim gewonnen und liegt in der Heimtabelle nur auf Platz 13. Warum tut sich die Mannschaft vor eigenem Publikum so viel schwerer als in der Fremde?

Adler: Ich denke, wir haben auswärts nicht den Druck, das Spiel machen zu müssen. Mehr auf Konter zu spielen, liegt uns in dieser Saison einfach mehr. Zuhause müssen wir nun einmal offensiver spielen. Und da sind wir diejenigen, die in die Konter laufen. Da fressen wir dann halt die Tore. Wir spielen daheim eben auch meist mit zwei Stürmern, während wir auswärts oft nur eine Spitze aufstellen. Diese offensivere Spielweise scheint der Grund dafür zu sein, dass wir zuhause weniger Punkte geholt haben als auswärts. Aber ich hoffe, wir können gegen Fürth unsere Bilanz aufpolieren.

bundesliga.de: Nach dem Fürth-Spiel folgt das Auswärtsspiel in Augsburg. Sind diese beiden Partien vorentscheidend darüber, ob der MSV wirklich noch einmal ernsthaft oben angreifen kann?

Adler: Ja, natürlich. Wenn wir jetzt gegen Fürth gewinnen und Augsburg verliert in St. Pauli, erhält das Spiel in Augsburg in der nächsten Woche einen noch höheren Stellenwert. Sollten wir auch dort gewinnen, wären wir punktgleich. Daher sind die nächsten beiden Spiele schon sehr entscheidend. Aber noch braucht man nicht mit etwas planen, mit dem momentan noch keiner rechnet.

Das Gespräch führte Sebastian Stolz