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Thomas Cichon spielt seit Januar 2006 beim VfL Osnabrück. Als Kapitän und Abwehrchef ist er der Führungsspieler der "Lila-Weißen."

Nach einer Stressfraktur im Wadenbein absolviert er derzeit jedoch nur ein Reha-Programm, da der Heilungsprozess bisher nicht optimal verlaufen ist. Ein weiterer operativer Eingriff könnte folgen.

Vor dem Rückrundenauftakt sprach bundesliga.de mit dem Routinier über seine Situation, den bisherigen Saisonverlauf und über die Ziele des VfL.

bundesliga.de: Herr Cichon, während Ihre Mitspieler sich schweißtreibend auf die Rückrunde vorbereiten, absolvieren Sie nur ein Reha-Programm. Das füllt Sie sicherlich nicht aus, oder?

Thomas Cichon: Wenn man verletzt ist, dann ist das, auf Deutsch gesagt, immer ein großer Mist. Ende, aus.

bundesliga.de: Sie sind aber nicht der einzige Osnabrücker Spieler, der verletzt ist. Wird Ihnen im Hinblick auf die Rückrunde angst und bange?

Cichon: Wir müssen damit leben und vertrauen den Spielern, die momentan einsatzfähig sind.

bundesliga.de: Die Hinrunde verlief zu Beginn verheißungsvoll. Nach acht Spieltagen lag der VfL auf Rang 9. Danach gab es aber eine kleine Negativserie mit vier Punkten aus sechs Spielen. Wie erklären Sie sich diesen Leistungseinbruch?

Thomas Cichon: Ich würde das nicht als Einbruch bezeichnen. Wir haben auch in dieser Phase gute Spiele abgeliefert. Leider ohne zählbaren Erfolg. Das haben wir dann zum Ende der Hinrunde besser hinbekommen, auch wenn wir mit 19 Punkten einen Zähler hinter unseren Erwartungen liegen.

bundesliga.de: Der VfL lag in den ersten 17 Partien zwölf Mal mit 0:1 zurück. Ist das ein Grund dafür, dass Sie Ihr Ziel nicht erreicht haben?

Cichon: Das kann man sowohl positiv als auch negativ sehen. Und ich kann diesen Rückständen etwas Positives abgewinnen. Denn wir haben bewiesen, dass wir körperlich topfit sind und solche Spiele noch zu unseren Gunsten drehen können.

bundesliga.de: Mit 31 Gegentreffern stellt der VfL Osnabrück - wie Wehen Wiesbaden und Oberhausen - die schlechteste Abwehr der 2. Bundesliga.

Cichon: Das gehört zu unserer Spielphilosophie. Wir suchen immer den Weg zum gegnerischen Tor. Dabei sind wir dann natürlich in der Defensive anfälliger. Wir haben in der Hinrunde aber das eine oder andere Tor zu viel kassiert. Das werden wir in der Zukunft sicherlich abstellen.

bundesliga.de: Was muss der VfL in der Rückrunde besser machen?

Cichon: Wir dürfen nicht so sorglos mit unseren Torchancen umgehen und müssen gleichzeitig vor dem eigenen Tor wesentlich konzentrierter zu Werke gehen. Da müssen wir weiter dran arbeiten. Für uns ist die Entwicklung jedes einzelnen Spielers und auch der gesamten Mannschaft wichtig.

bundesliga.de: Warum müssen die Fans des VfL in dieser Saison nicht bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt zittern?

Cichon: Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass wir am 33. Spieltag gerettet sind. Und seit ich in Osnabrück spiele, haben wir unsere Ziele noch immer erreicht. Und das wird auch in dieser Saison so sein.

Das Gespräch führte Michael Reis