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Herxheim - Der 1. FC Kaiserslautern plant unter Trainer Franco Foda den sofortigen Wiederaufstieg. Zunächst aber gilt es, die neue Mannschaft mit den Fans zu versöhnen. Im Trainingslager in Herxheim gelingt das schon prima.

Die "Krone" ist eines der besten Gourmet-Restaurants im Südwesten. Hier, wo Wachtel, Steinbutt oder Rehfilet zu geschmacklichen Höchstleistungen auflaufen, hängt derzeit eine riesengroße rote Fahne aus dem oberen Stockwerk. Wie in den vergangenen Jahren auch hält der 1. FC Kaiserslautern in Herxheim sein Trainingslager ab, residiert wird dann in der "Krone" im Vorort Hayna, wo neben Fotos von Prominenten und Politikern auch ein halbes Dutzend FCK-Mannschaftsposter den Blick erfreuen. Die Gourmets stört das wenig, schließlich kommen sie so in den Genuss frischer Autogramme und Fotos mit neuem FCK-Trainer.

Hunderte Fans beim Training



Franco Foda, der von 1981 bis 1984 und von 1987 bis 1990 auf dem Betzenberg spielte, zeigt sich beim Pressegespräch dann auch ausgesprochen zufrieden mit den Rahmenbedingungen. Zumal nicht selten 300 Fans das Spielfeld säumen, wenn der neue Coach zu den schweißtreibenden Einheiten bittet. "Wir wollten das Trainingslager dort abhalten, wo die Fans Kontakt zur Mannschaft finden." Der langjährige Cheftrainer von Sturm Graz (2006-2012), der den Club aus der Steiermark 2011 zum österreichischen Meister machte, weiß, dass es im Verhältnis zu den Fans einiges zu reparieren gilt. In der vergangenen Saison pfiffen sich die Fans zuweilen die Seele aus dem Leib, am Schluss - und das fanden viele Spieler noch schlimmer - wurde der Abstieg in kollektivem, gelähmtem Entsetzen zur Kenntnis genommen.

Foda hat nun den Vorteil, dass er als ehemaliger FCK-Spieler von Vorneherein weit weniger kritisch gesehen wird als sein Vorgänger Krassimir Balakov. Mit offensiven, technisch ambitionierten ("Fußballspielen beinhaltet Spielen") Auftritten will Foda zudem dafür sorgen, dass zu Hause der Funken überspringt. "Eine gute Physis ist die Voraussetzung, um ein laufintensives Spiel aufzuziehen", erklärt er. Und: "Tempo ist im modernen Fußball das A und O."

"Nicht die Reichen fressen die Armen..."



Natürlich weiß auch Foda, dass der 1. FC Kaiserslautern finanziell nicht auf Rosen gebettet ist (zum Saison-Vorschau-Interview). Doch Zugänge wie Mimoun Azaouagh (Bochum), Albert Bunjaku (Nürnberg) oder Mittelfeldmann Enis Alushi, der aus Paderborn kam, oder Kwame Nsor (FC Metz) dürften in der 2. Bundesliga eine Klasse für sich darstellen. Ein, zwei zusätzliche Akteure hätte der gebürtige Mainzer Foda wohl noch gerne zusätzlich im Kader, vor allem hinten rechts gibt es keine probate Alternative zu Florian Dick. Dass dann die finanziellen Möglichkeiten wohl aufgebraucht wären, ficht ihn nicht weiter an: "Nicht die Reichen fressen die Armen, sondern die Schnellen die Langsamen."

Auffallend positiv äußert sich Foda auch über Itay Shechter, der in der vergangenen Saison nach gutem Start ein wenig abfiel und sichtlich verunsichert wirkte. Nicht ausgeschlossen, dass der Israeli, der noch einen Vertrag bis 2015 besitzt, auch in der kommenden Saison beim FCK spielt. "Ich habe Itay schon in seiner Zeit in Tel Aviv gekannt. Da hat er ganz hervorragend gespielt." Im Test gegen den dänischen Zweitligisten HB Köbe (3:1) übernahm Shechter direkt Verantwortung und traf per Strafstoß. Klare Worte findet Foda auch in Sachen Saisonziel: "Der Wiederaufstieg ist mein Ziel. Ich halte es für besser, sich hohe Ziele zu stecken, damit man die auch erreichen kann."

Aus Herxheim berichtet Christoph Ruf