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Köln - Auswärtsniederlage? Im Wortschatz von Ralph Hasenhüttl kommt dieser Begriff gar nicht erst vor. Seit der Österreicher Trainer beim FC Ingolstadt 04 ist, haben die Oberbayern in der Fremde nicht mehr verloren. Seit nunmehr 18 Partien - ein Rekord für die 2. Bundesliga. Und ein gutes Omen, denn der alte Rekordhalter Bayer 04 Leverkusen stieg in seiner Topsaison 1978/79 in die Bundesliga auf!

Wie bei Bayer hat auch der FCI seine Rekordserie saisonübergreifend aufgestellt. Die Oberbayern sind seit dem 22. September 2013 (1:4 beim FSV Frankfurt) in der 2. Bundesliga auswärts ungeschlagen (neun Siege, neun Remis). Leverkusen blieb zwischen dem 35. Spieltag der Saison 1977/78 und dem 22. Spieltag 1978/79 in der Fremde 17 Spiele lang unbesiegt (zehn Siege, sieben Remis).

Bayer 04 mit dem noch besseren Start

Allerdings starteten die Rheinländer damals noch besser in die Saison als der FCI (22 Punkte). Nach zehn Spielen standen durch neun Siege und ein Remis auf die Drei-Punkte-Regel hochgerechnet bereits 28 Zähler auf dem Konto der Werkself. Bayer hatte schon neun Punkte Vorsprung auf einen Nicht-Aufstiegsplatz (der FCI sechs). Am Ende stieg Leverkusen mit umgerechnet acht Punkten Vorsprung auf Bayer 05 Uerdingen souverän als Meister der 2. Bundesliga-Nord in die Bundesliga auf.

Diesen Schritt müssen die Schanzer erst noch machen. Zumal nur fünf Spiele der Auswärtsserie (drei SIege, zwei Remis) in die  laufende Spielzeit fallen. Die übrigen 13 Partien halfen vergangene Saison beim letztlich doch souveränen Klassenerhalt, nachdem der FCI nach zehn Spielen mit nur vier Punkten auf dem letzten Tabellenplatz gestanden hatte.

Vergleich Leverkusen 1978/79 - Ingolstadt 2014/15 nach 10 Spieltagen

Leverkusen
1978/79

Ingolstadt 2014/15

Platzierung

1.

1.

Siege

9

6

Unentschieden

1

4

Punkte

28*

22

Torverhältnis

31:8

17:6

* auf die Drei-Punkte-Regel umgerechnet

Keine großen Namen beim FCI

Bis auf Tomas Pekhart und André Mijatovic, die beide bisher eher Ergänzungsspieler sind, kann beim FC Ingolstadt einzig Abwehrchef Marvin Matip auf größere Bundesliga-Erfahrung zurückblicken (46 Spiele). Alle anderen Stammkräfte haben noch nie oder nur kaum in der Bundesliga gespielt. Das sah 1978/79 bei Bayer ähnlich aus. Bis auf eine Ausnahme: Weltmeister Dieter Herzog. Der Stürmer war 1976 von Fortuna Düsseldorf nach Leverkusen gewechselt, spielte noch bis 1983 bei Bayer.

Allerdings standen schon einige Spieler im Kader, die später noch jahrelang in der Bundesliga für Furore sorgen sollten. Allen voran Thomas Hörster, der es nach dem Aufstieg auf 322 Bundesliga-Spiele für die Werkself brachte und 1988 den UEFA-Cup gewann. Andere große Namen waren Jürgen Gelsdorf, Walter Posner oder Peter Hermann.

Hoffnungen kann dem FCI auch noch eine weitere Statistik machen. Vor Ingolstadt starteten bereits neun weitere Clubs mit sechs Siegen und vier Remis in die Zweitliga-Saison. Die letzten sieben schafften anschließend den Aufstieg. Seit 1998 (SSV Ulm) sind somit alle Mannschaften, die mit dieser Bilanz starteten, am Ende auch in die Bundesliga marschiert.

Von Tobias Schild und Tobias Anding