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Köln - Langsam aber sicher wird der Kreis der Aufstiegskandidaten immer kleiner. Da , gibt es noch fünf Vereine, die nah beieinander sind und um die Aufstiegsplätze fighten.

Übersicht: Alle Kandidaten im Aufstiegscheck

Der Karlsruher SC ist nach dem Abstieg in die dritte Liga erst das zweite Jahr wieder in der 2. Bundesliga. Nach einem guten 5. Platz in der letzten Spielzeit könnte das Kapitel diese Saison mit dem Aufstieg schon wieder geschlossen werden. Wie stehen die Chancen für den KSC?

Die Situation:

Der KSC lauert hinter dem SV Darmstadt und dem 1. FC Kaiserslautern auf Platz Vier der Tabelle. Bei zwei Punkten Rückstand ist noch alles möglich. Vor allem, da die Karlsruher nur schwer zu schlagen sind. Die Mannschaft von Coach Markus Kauczinski verlor nur eins der letzten 15 Spiele.

Allerdings war in den vergangenen Wochen noch mehr drin. Von den letzten fünf Spielen konnte der KSC nur eins gewinnen. Die letzten drei Partien endeten unentschieden. Insgesamt hat Karlsruhe aber eine starke Bilanz, nur zwei Mannschaften gewannen häufiger und nur Darmstadt und Ingolstadt verloren seltener als die Nordbadener.

Das macht Hoffnung:

Die Karlsruher kommen mit enormer Power aus dem Mittelfeld. Die Mittelfeldspieler des KSC sind mit 17 Toren die gefährlichsten der 2. Bundesliga. Dazu kommt eine stabile Defensive mit nur 18 Gegentreffern. Einzig die Darmstädter Abwehrkünstler sind mit 17 Gegentoren in dieser Statistik noch besser. Außerdem ließ der Karlsruher SC erst neun Tore durch gegnerische Stürmer zu.

Das Flügelspiel der Karlsruher ist sehr ausgeprägt und ein wichtiger teil der Spielphilosophie von Markus Kauczinski. Der KSC flankte ligaweite am zweitmeisten. 249 Hereingaben brachten die Flügelspieler der Karlsruher.

Elemtare Akteure sind Hiroki Yamada, der an acht Toren beteiligt war und über das Zentrum oder den linken Flügel Dampf macht. Rouwen Hennings ist vorne die zentrale Spitze und der beste Torjäger (acht Treffer). Wichtig zudem: Reinhold Yabo als Antreiber und Youngster Jonas Meffert, der als eleganter sowie spielstarker Sechser den robusten, kantigen Dominic Peitz verdrängt hat. In der Mitte räumen die Hünen Daniel Gordon, Jan Mauersberger oder Manuel Gulde ab. Die Mischung stimmt.

Hier lauern Gefahren:

Wie von einem Aufstiegskandidaten zu erwarten, hat der Karlsruher SC wenige Schwächen. Die vorhandenen Unzulänglichkeiten werden gut kompensiert. So hat der KSC zwar noch kein Tor nach einem Freistoß erzielt. Angesichts von guten 31 Treffern und einer Tordifferenz von +13 fällt das aber kaum ins Gewicht.

Frühstarter sind die Nordbadener nicht. Der KSC konnte erst zwei Mal in dieser Saison in der ersten Viertelstunde ein Tor bejubeln. Das ist der schwächste Wert der gesamten 2. Bundesliga. Offenbar sind die Karlsruher besonders in der Kernzeit des Spiels am treffsichersten, denn auch in der Schlussviertelstunde erzielten sie erst zwei Tore. Allerdings ist auch diese Schwäche nicht schlimm, da der KSC ab Minute 75 auch noch keinen einzigen Gegentreffer hinnehmen musste.

Ein Problem hat der KSC allerdings und dieses war am Montag gegen Leipzig wieder zu sehen: Zu Hause reicht es trotz Überlegenheit und bester Chancen zu oft nur zu einem Unentschieden (sieben Mal).

Aussichten und Aufstiegschancen:

An den nächsten beiden Spieltagen entscheidet sich, wie Karlsruhe in die Endphase der Saison geht. Zunächst kommt das Spiel bei Tabellenführer FC Ingolstadt, danach erwarten die Karlsruher den 1. FC Kaiserslautern zum direkten Duell der Aufstiegsaspiranten. Auch der SV Darmstadt muss noch in den Wildpark. Die beiden Heimspiele gegen die roten Teufel und die Lilien sind aber nicht unbedingt ein Vorteil. Karlsruhe hat auswärts eine Trefferquorte von sieben Schüssen für ein Tor. Zu Hause liegt die Quote bei 17 Schüssen für einen Treffer. Der schlechteste Wert der 2. Bundesliga.

Mit 40 Punkten ist die Wahrscheinlichkeit eines Aufstiegs in Ordnung. Seit Einführung der Drei-Punkte-Regel sind bislang 53 Teams aufgestiegen. Elf davon hatten 40 oder weniger Punkte nach 24 Spieltagen auf dem Konto – das entspricht 27 Prozent. Platz vier oder schlechter am 24. Spieltag reichte seit diesem Zeitpunkt ebenfalls elf Mal zum Aufstieg.

Das Plus des KSC ist die Tatsache, dass auch aus schwächeren Spielen zumindest ein Punkt geholt wird. Zudem sind die Karlsruher mit dem vierten Platz in der Situation Druck auf die beiden Teams vor ihnen auszuüben. Werden die beiden kommenden Spiele erfolgreich gestaltet, ist für den KSC alles möglich.

Infografik zum Aufstiegscheck des Karlsruher SC

Portrait von KSC-Trainer Markus Kauczinski