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München - Wer hätte das vor der Saison gedacht? Aufsteiger Erzgebirge Aue mischt die 2. Bundesliga ordentlich auf und kann am 12. Spieltag - zumindest vorübergehend - sogar an die Spitze springen und damit Hertha BSC vom Platz an der Sonne verdrängen.

Voraussetzung dafür ist mindestens ein Unentschieden im Auswärtsspiel beim Karlsruher SC (alle Freitagsspiele ab 17:45 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Aues Marc Hensel erwartet im Wildparkstadion ein hartes Stück Arbeit. "Wir müssen alles abrufen. Die Aufgabe wird sehr schwer für uns, weil wir gegen eine Mannschaft spielen, die mit dem Rücken zur Wand steht, die einen Trainerwechsel vollzogen hat und die in Osnabrück ein hervorragendes Spiel abgeliefert hat", erklärte der Mittelfeldspieler auf der Pressekonferenz.

Cheftrainer Rico Schmitt will "an die sehr gute Leistung aus dem Auswärtsspiel in Fürth anküpfen", das die "Veilchen" mit 2:1 für sich entscheiden konnten. Personell kann Schmitt nahezu aus dem Vollen schöpfen. Lediglich Najeh Braham (Reha) und Tomasz Kos (Verletzung Sprunggelenk) fallen aus.

KSC ist "absolut heiß"

Die Gastgeber wollen derweil Aues Höhenflug stoppen. "Die Mannschaft ist absolut heiß, etwas zu holen", kündigte Interimscoach Markus Kauczinski an. Der Tabellenzweite aus dem Erzgebirge sei "durchaus zu schlagen" und sein Team habe beim 0:0 in Osnabrück "Moral gezeigt und gezeigt, dass es etwas ändern will".

Zufrieden zeigte sich der 40-Jährige mit dem Defensivverhalten seiner Truppe - zum ersten Mal seit dem 2. Spieltag kassierten die Karlsruher keinen Gegentreffer. Steigerungspotenzial sieht er vor allem bei eigenem Ballbesitz. "Wir haben die Bälle zu früh verloren."

An der Anfangsformation dürfte sich unterdessen wenig ändern. Definitiv ausfallen wird jedoch Serhat Akin wegen eines Muskelfaserrisses im rechten Oberschenkel. Ihn dürfte der wieder genesene Anton Fink ersetzen. Neben Akin fehlen auch die verletzten Godfried Aduobe, Macauley Chrisantus und Marco Engelhardt.




SpVgg Greuther Fürth - FC Augsburg

Nach dem DFB-Pokal-Spiel des FC Augsburg bei der SpVgg Greuther Fürth, das der FCA 4:2 nach Verlängerung gewann, steht nun das Liga-Duell am Ronhof an. Dort möchte das Team von FCA-Trainer Jos Luhukay seinen erfolgreichen Lauf mit vier Siegen aus den letzten vier Spielen (inkl. Pokal) fortsetzen. "Wir können wieder mit viel Selbstvertrauen durch die Erfolge der letzten Partien in diese Begegnung gehen", sagt Jos Luhukay.

Und weiter: "Da wir diesmal keine Verlängerung haben, wollen wir das Spiel nach 90 Minuten für uns entscheiden. Aber auch Fürth möchte nach den Niederlagen in den letzten Wochen wieder in die Erfolgsspur finden. Wir haben beide 19 Punkte auf dem Konto. Es ist also ein Spiel auf Augenhöhe, das jeder für sich entscheiden möchte." Auch wenn die Brust nach den Erfolgen der letzten Spiele wieder etwas breiter geworden ist, so sieht Luhukay weiter Steigerungspotenzial: "Wir haben Handlungsbedarf in allen Bereichen, bis wir wieder an die starken Leistungen der letzten Saison anknüpfen können", so der Niederländer, dem die Personalsituation ein wenig Kopfschmerzen bereitet.

"Wir haben einen kleinen Kader, daher tun uns verletzungsbedingte Ausfälle besonders weh", sagt Luhukay, der in Fürth neben den Langzeitverletzten auch auf Daniel Brinkmann, Marcel Ndjeng, Sören Bertram und Daniel Baier vezichten muss. Daniel Baier hat wegen Rückenbeschwerden ein Trainingsverbot in dieser Woche und auch Sören Bertram steht aufgrund einer Muskelverletzung im Oberschenkel nicht zur Verfügung. Bei Daniel Brinkmann hält sich eine Entzündung im Sprunggelenk, so dass er möglicherweise erst in der kommenden Woche wieder mit dem Training beginnen kann. Auch Marcel Ndjeng fehlt weiterhin aufgrund seiner Schambeinentzündung.

Fürth will "den Bock umstoßen"

Nach drei Niederlagen in Folge will Fürths Trainer Mike Büskens mit seinem Team in die Erfolgsspur zurückkehren: "Ich sehe, dass die Mannschaft gewillt ist, etwas zu ändern. Wir möchten eine Antwort auf die letzte Serie geben. Wir wissen, dass das schwer wird gegen einen starken Gegner." Dabei erwartet Büskens wieder aggressiv auftretende Augsburger, die versuchen werden, der SpVgg den Schneid abzukaufen. "Wir wollen den Bock umstoßen und müssen auch auf die Zweikämpfe reagieren", sagte der 42-Jährige.

Ob Stephan Schröck erstmals seit dem Pokal-Aus wieder aufläuft, bleibt abzuwarten. Am Mittwoch konnte der Mittelfeldspieler zwar mit der Mannschaft trainieren, musste am Donnerstagnachmittag aber die Einheit abbrechen. Auf Marino Biliskov muss der Coach verzichten, denn der kroatische Innenverteidiger plagt sich weiterhin mit muskulären Problemen im Nackenbereich herum. Milorad Pekovic hat seine Hand-Operation gut überstanden, der Montenegriner will spielen.




Fortuna Düsseldorf - Rot-Weiß Oberhausen

Wie üblich bei zwei Clubs, die nur einen Steinwurf voneinander entfernt liegen, finden sich in beiden Mannschaften etliche Spieler, die schon für die Farben des Gegners aufgelaufen sind. Die Fortunen Jens Langeneke und Sascha Rösler spielten schon für RWO. Auf der anderen Seite waren Sören Pirson, Marinko Miletic, Fabian Hergesell und Tom Kruse schon für die Flingeraner aktiv.

Am Freitagabend wird das für 90 Minuten keine Rolle spielen, ist sich Fortuna-Coach Norbert Meier sicher: "Lokalderbys haben ihren eigenen Charakter. Die Spiele gegen Oberhausen sind immer heiß umkämpft", so Meier: "Es geht darum, dass wir unser Spiel durchziehen. Unsere Spieler besitzen nach wie vor unser vollstes Vertrauen - auch diejenigen, die zuletzt nicht so oft zum Einsatz gekommen sind."

Fortunas Übungsleiter muss ohne die beiden verletzten Spieler Marco Königs (eingeklemmter Nerv im Rücken) und Sascha Dum (Knorpelriss an einer unteren Rippe) auskommen. Dagegen haben sich Stürmer Wellington und Mittelfeldspieler Marco Christ für das Oberhausen-Spiel fit gemeldet.

Lamidi wieder im Kader

RWO bangt vor der Partie um den Einsatz von Marinko Miletic. Der Verteidiger hatte sich bei einem Zusammenprall im jüngsten Auswärtsspiel beim 1.FC Union Berlin (1:2) eine Knieverletzung zugezogen. "Die Chancen auf seinen Einsatz stehen bei 50:50. Im Knie ist kein Band gerissen, aber eine Einblutung bereitet ihm Probleme", so RWO-Trainer Hans-Günter Bruns: "Marinkos Ausfall wäre fatal, denn wir haben kaum noch Abwehrspieler und müssten die Defensive erneut umbauen."

Zurück aus dem Lazarett haben sich derweil Angreifer Moses Lamidi und Mittelfeldspieler Yohannes Bahcecioglu (beide nach überstandenen Muskelfaserrissen) gemeldet. Bruns: "Jeder, der zurückkehrt, stellt uns breiter auf. Aber es wird nicht so sein, dass jetzt alles wieder auf Knopfdruck funktioniert. Moses kann höchstens eingewechselt werden."