ANZEIGE

Rot Weiss Ahlen steht als erster Absteiger fest, der Kampf um Platz zwei ist wieder völlig offen, Hansa Rostock droht nach 45 Jahren erstmals die Drittklassigkeit: Drei Spieltage vor dem Saisonende herrscht in der 2. Fußball große Spannung, nur das bereits lange abgeschlagene Ahlen ist nach einem 0:1 (0:1) gegen Alemannia Aachen nicht mehr zu retten.

Sorgen plagen jetzt vor allem Rostock. Das 1:2 gegen den direkten Rivalen FSV Frankfurt durch ein Tor in der Nachspielzeit stürzte die Mecklenburger in ein Tal der Tränen und produzierte bei Trainer Marco Kostmann verzweifelte Durchhalteparolen. "Wir müssen die neue Rolle jetzt annehmen, meine Aufgabe ist es nun, Optimismus zu verbreiten", sagte der Coach und konnte seine Resignation nach 31 von 34 Zweitliga-Spieltagen kaum verbergen.

"Wir freuen uns wahnsinnig"

Drei Punkte trennen die Hanseaten mittlerweile vom direkt rettenden 15. Tabellenplatz, angesichts zweier Auswärtsspiele in Kaiserslautern und Düsseldorf sowie dem Ost-Duell gegen Energie Cottbus vor eigenem Publikum eine äußerst missliche Situation. Kostmanns Frankfurter Kollege Hans-Jürgen Boysen hingegen durfte einmal kurz durchatmen: "Wir freuen uns wahnsinnig, dürfen jetzt aber die Bodenhaftung nicht verlieren."

In Ahlen herrschte dagegen Katzenjammer. "Uns war aber schon vorher klar, dass wir keine Chance mehr hatten, das war ein Spiegelbild der Saison. Das ist ein bitterer Moment, eine große Enttäuschung", sagte Vizepräsident Jörg Hellwig. Im Kampf um den Klassenerhalt erlitt auch die TuS Koblenz einen weiteren Rückschlag. Nach einem 2:2 gegen den Karlsruher SC bleibt das Team auf dem vorletzten Tabellenrang. Endgültig gerettet ist Rot-Weiß Oberhausen durch ein 4:1 gegen Energie Cottbus.

Augsburg nutzt die Gunst der Stunde

Der FC St. Pauli musste einen Rückschlag im Aufstiegsrennen hinnehmen - der "Kiezklub" verlor 1:2 bei Union Berlin. "Zu dünn, zu lässig, zu fahrig, am Ende grob fahrlässig und frech", beschrieb Coach Holger Stanislawski den schwachen Auftritt der Hamburger in der Alten Försterei. Ein Abstimmungfehler in der Defensive drei Minuten vor Schluss verhinderte ein Unentschieden, das aber ohnehin schmeichelhaft für die Kiezkicker gewesen wäre.

So nutzte der FC Augsburg die Gunst der Stunde, gewann sein Heimspiel gegen den MSV Duisburg mit 2:0 und rückte im Kampf um den direkten Aufstiegsplatz zwei wieder bis auf einen Zähler an die Norddeutschen heran. Vier Tage nach dem 0:3 am Hamburger Millerntor zeigten sich die Augsburger glänzend erholt. "Nach dieser Niederlage hat die Mannschaft unheimlichen Charakter und Zusammenhalt gezeigt", sagte Trainer Jos Luhukay.

Montag Topspiel in Bielefeld

Die Gäste verpassten die letzte Chance, Kontakt zum Relegationsplatz drei aufzunehmen. Ganz anders die Situation bei Fortuna Düsseldorf. Im Duell der ehemaligen Bundesligisten behielten die Rheinländer gegen 1860 München mit 2:0 die Oberhand und wahrten die kleine Chance, in den letzten drei Begegnungen fünf Punkte auf den FC Augsburg aufzuholen.

Der 31. Spieltag wird am Montag mit der Partie zwischen Arminia Bielefeld und Tabellenführer 1. FC Kaiserslautern abgeschlossen.