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München - Der TSV 1860 München hat bei seinem "Finale dahoam" den Absturz in die Drittklassigkeit gerade noch abwenden können. Der krisengeplagte Zweitligist gewann das Relegations-Rückspiel gegen Drittligist Holstein Kiel mit Ach und Krach und dank Kai Bülow 2:1 (0:1) und verhinderte nach dem 0:0 im Hinspiel die schlimmsten Folgen.

Rafael Kazior brachte den Drittliga-Dritten Kiel in einer kampfbetonten, spielerisch aber sehr mäßigen Partie in der 16. Minute in Führung. Die Löwen konnten das Ruder durch die späten Treffer von Daniel Adlung (78.) und Bülow (90.+1) aber gerade noch rumreißen.

"Haben das Minimalziel erreicht"

"Ich freue mich für die ganze Mannschaft. Das war jetzt ein ganz schlechtes Jahr für uns. Wir haben für die Zuschauer, die uns so getragen haben, das Minimalziel erreicht, dass wir nicht abgestiegen sind", sagte 1860-Trainer Torsten Fröhling nach dem Spiel.

Karsten Neitzel, Trainer von Holstein Kiel befand: "Es ist extrem bitter. Wir mussten uns nach dem Hinspiel anhören, dass wir mutlos sind. Aber die Mannschaft hat eine tolle Saison gespielt. Dafür können wir uns zwar heute nichts kaufen, aber die Mannschaft hat an Image gewonnen. Ich bin da jemand, der bis morgen Abend trauert und dann gucke ich wieder nach vorne. Dann greifen wir eben nächstes Jahr wieder an."

Frühe Kieler Führung

Für die 2. Bundesliga haben die Sechziger die Lizenz ohne Auflagen erhalten. Kiel verpasste dagegen die große Chance, erstmals nach 34 Jahren wieder zweitklassig zu werden.

Vor der für Kiel völlig ungewohnten Kulisse von 57.000 Zuschauern in der Allianz Arena waren die Münchner zwar bemüht, Druck aufzubauen. Bereits in der 2. Minute prüfte Valdet Rama Gäste-Keeper Kenneth Kronholm mit einem Weitschuss. Danach konnte sich Kiel aber mehr und mehr befreien. Nach einem Eckball von Tim Siedschlag staubte Kazior in seinem letzten Spiel für Kiel am langen Pfosten völlig freistehend zum frühen 0:1 ab.

Wende nach Adlung-Treffer

Der Treffer zeigte erheblich Wirkung. 1860 schaffte es bis zur Pause nicht mehr, konstruktiv nach vorne zu spielen. Die robusten Kieler hatten gegen die einfallslosen Löwen wenig Mühe, das Spiel zu kontrollieren.

Nach dem Wechsel setzte sich die blutleere Darbietung der Münchner, die dem Druck offenbar nicht gewachsen waren, über weite Strecken fort. Der Unmut der Fans wurde von Minute zu Minute größer - erst nach Adlungs Treffer hofften die Münchner nochmal auf die Wende. Bülow sorgte mit seinem Treffer für kollektiven Jubel.

SID