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Köln - Es hat nur ein Jahr gedauert, bis Arminia Bielefeld wieder mit Real Madrid gleich gezogen hat. Im Sommer 2014 machten die Spanier "La Decima" perfekt. Real triumphierte zum zehnten Mal in der Champions League oder dem Europapokal der Landesmeister. Etwas weniger pompös feierte die Arminia am Ende der Saison 2014/15 ebenfalls "La Decima": Die Rückkehr in die 2. Bundesliga ist der zehnte Aufstieg der Ostwestfalen seit 1970. Da können Cristiano Ronaldo und Co. einpacken, denn Madrid holte den ersten internationalen Titel bereits 1956.

Zehn Aufstiege und zehn Abstiege in den letzten 45 Jahren - das Leben als Fan von Arminia Bielefeld ist nicht immer leicht, aber langweilig wird es dafür nie. Es ist beeindruckend, wie sich Fans und Mannschaft von der dramatischen Niederlage in der Relegation 2014 gegen Darmstadt erholt haben. Ein Fernschuss in der 120. Minute und Bielefelds Abstieg in die 3. Liga war besiegelt. Das Tor von Elton da Costa war sowohl der Beginn des Darmstädter Fußballmärchens als auch einer bärenstarken Bielefelder Saison. Souveräner Meister der 3. Liga und das Erreichen des Pokalhalbfinales - die Truppe von Trainer Norbert Meier spielte eine fast makellose Runde.

Bielefelder Rekorde in der 2. Bundesliga

Nun gehen die Ostwestfalen in ihre 17. Saison in der 2. Bundesliga, der sie in der Vergangenheit durchaus ihren Stempel aufgedrückt haben. Der Punkteschnitt aus der Saison 1979/80 ist bis heute unübertroffen. 2,5 Zähler holte Bielefeld damals - umgerechnet auf die Drei-Punkte-Regel - pro Spiel. Auch der höchste Sieg in der Geschichte der 2. Bundesliga gelang den Arminen in der Spielzeit 1979/80: Am 23. Mai 1980 wurde der SV Arminia Hannover auf der Bielefelder Alm mit 11:0 abgefertigt.

Sieben Mal verließ die Arminia die 2. Bundesliga in die richtige Richtung und ist damit gemeinsam mit dem 1. FC Nürnberg der Rekordaufsteiger in die Bundesliga. Mitte der 90er Jahre schafften die Ostwestfalen sogar schon einmal den direkten Durchmarsch von der Drittklassigkeit bis in die Bundesliga. Der eine oder andere Arminen-Fan träumt vielleicht insgeheim von der Wiederholung dieses Kunststücks, aber das Ziel des Clubs ist erst einmal der Klassenerhalt.

Wahrzeichen in Reichweite des Stadions

Auswärtsfans sollten sich bei einer Tour nach Ostwestfalen einen Besuch der Sparrenburg nicht entgehen lassen. Das Wahrzeichen der Stadt Bielefeld ist etwa zwei Kilometer von der Schüco Arena entfernt. Von ihrem Turm, der von April bis Oktober bestiegen werden kann, bietet sich ein malerischer Ausblick auf die Stadt. Zum entscheidenden Spiel im Aufstiegsrennen war auf der Sparrenburg die Arminia-Fahne geflaggt. Und es hat geholfen: Bielefeld holte den benötigten Punkt gegen Regensburg und steht jetzt wieder auf einer Stufe mit Real Madrid. Zumindest ein bisschen.

Florian Reinecke