ANZEIGE

Berlin - Beim 0:0 seiner Düsseldorfer Fortuna im Gastspiel bei Union Berlin lieferte er eine starke Partie ab: Jens Langeneke. Der Innenverteidiger verbuchte mit 71 Prozent gewonner Duelle die beste Zweikampfbilanz bei den Rheinländern.

Nach der Nullnummer sprach der 34-jährige Abwehrmann über die Gründe für die Ladehemmung, die die bis dato beste Offensive der 2. Bundesliga (36 Tore) im Stadion an der Alten Försterei befiel. Zugleich sinnierte der humorvolle Routinier über die Tabellenarithmetik im Aufstiegskampf.

Frage: Herr Langeneke, Glückwunsch zur starken Abwehrleistung. Die Fortuna hat hinten wenig zugelassen. Sind Sie trotzdem unzufrieden, dass es nur zu einem Punkt gereicht hat?

Jens Langeneke: Unterm Strich muss man das wohl sein, denn Union Berlin hatte wenig Chancen. In der ersten Halbzeit gab es eine knifflige Abseitsszene. Ende der zweiten Hälfte kam noch eine Standardserie, wo es ein bisschen brenzlig wurde. Aber ansonsten hatten die "Eisernen" eigentlich überhaupt keine Chancen. Das habe ich in Berlin selten erlebt. Wir hatten im Gegensatz dazu nach vorne viele Räume, haben es aber nicht konsequent zu Ende gespielt. Trotzdem hatte Thomas Bröker in der zweiten Halbzeit eine Riesenchance. Wenn man die reinmacht, gewinnt man hier 1:0 und alles ist in Ordnung. Unterm Strich haben wir kein Tor gemacht, und es auch nicht anders verdient, weil wir es eben nicht gut zu Ende gespielt haben. So müssen wir mit einem Punkt leben, aber das können wir auch ganz gut. Wir sollten jetzt die Kirche im Dorf lassen: 35 Punkte sind nicht so schlecht, zumal ja noch zwei Partien in der Hinrunde zu spielen sind. Und jetzt haben wir gegen Greuther Fürth ein richtig schönes Topspiel...

Frage: ...wo Ihr Top-Torschütze Sascha Rösler wegen der fünften Gelben Karte, die er wegen Meckerns sah, fehlen wird. Ein herber Verlust für die Fortuna, oder?

Langeneke: Ja, das ist ein herber Verlust. Aber dafür ein herber Gewinn für unsere Mannschaftskasse, nehme ich mal an (lacht).

Frage: Wurde die Fortuna durch die zwei Wochen Länderspielpause aus dem Rhythmus gebracht, so dass Sie die Serie von zuletzt fünf Pflichtspielsiegen nicht fortsetzen konnten?

Langeneke: Nein, absolut nicht. Wir haben zwar keinen Treffer erzielt. Dafür haben wir anders als in den letzten Spielen hinten zu null gespielt. So gesehen gab es auch Verbesserungen. In der Hinsicht hat uns die Pause vielleicht gut getan, in der anderen vielleicht nicht.

Frage: Was nehmen Sie sich vor für das Topspiel gegen Fürth?

Langeneke: Ziel muss sein, dass man zuhause nicht 0:5 verliert (lacht). Nein, Spaß beiseite. Wir haben von den letzten 22 Heimspielen 21 gewonnen - natürlich wollen wir auch dieses Spiel gewinnen! Dass Fürth keine Laufkundschaft ist, dürfte jedem bekannt sein. Die waren ja auch schon am 2. Spieltag in Berlin und haben mit ihrem 4:0-Auswärtssieg keine so schlechte Partie abgeliefert. Wir müssen also alles abrufen, um gegen Fürth gewinnen zu können. Aber mit unserer Heimbilanz und unserem Selbstvertrauen im Rücken ist das natürlich das Ziel. Noch haben wir mehr Punkte als Fürth und das soll auch nach dem nächsten Montag so bleiben.

Frage: Mit Düsseldorf, Fürth, Frankfurt, St. Pauli und jetzt noch Paderborn ist es richtig eng an der Tabellenspitze. Wen sehen Sie da als größten Konkurrenten?

Langeneke: Es ist Blödsinn, darüber jetzt zu spekulieren. Natürlich ist es ärgerlich, dass diese Saison so eine geballte Gruppe von jetzt schon fünf Mannschaften mit über 30 Punkten da oben steht. Es gab schon Spielzeiten, da haben 62 Punkte zum Aufstieg gereicht - zum Beispiel unserem Trainer Norbert Meier 2005 mit dem MSV Duisburg. Ich glaube, mit 62 Punkten dürfte es diesmal knapp werden für den direkten Aufstieg.

Aufgezeichnet von Andre Anchuelo